28 Jahre nach dem Massaker von Chodschali: Keine internationale Anerkennung

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Was ist in Chodschali passiert? Vor genau 28 Jahren sind armenische Truppen in das aserbaidschanische Dorf eingerückt, um dieses zu entvölkern und schließlich zu besetzen. Die Auswirkungen des Bergkarabachkonflikts sind bis heute zu spüren.

Am Dienstag hat sich der Tag des Massakers von Chodschali auf dem von Armenien besetztem aserbaidschanischen Gebiet zum 28. Mal gejährt.

Am 25. Februar 1992 hatten armenische Truppen in dem Dorf Chodschali ein Massaker an mehr als 613 Aserbaidschanern begangen, darunter Frauen und Kinder. Innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden wurden die Zivilisten mit Mörsern, Artillerie und Panzerfeuer getötet. So sollte das aserbaidschanische Dorf für die Besetzung entvölkert werden.

Laut aserbaidschanischen Behörden waren unter den Opfern 106 Frauen und 83 Kinder. Einige Bewohner konnten entkommen, indem sie den Minusgraden trotzten und in von aserbaidschanischen Truppen kontrollierte Gebiete flohen.

Diejenigen, die fliehen konnten, berichteten über zahlreiche Gräueltaten – darunter die Schändung und Verstümmelung von bereits Gestorbenen. In den durch forensische Analysen untermauerten Zeugenaussagen wurden unter anderem Fälle von lebendigen Verbrennungen bestätigt. Einigen Opfern wurden die Augen ausgestochen. Weitere Opfern wurden mit Skalpellen zerstückelt.

insgesamt 1.275 Personen wurden von armenischen Streitkräften als Geiseln genommen. Das Schicksal von 150 Personen ist noch immer ungeklärt.

Mehr als eine Millionen Binnenvertriebene in Aserbaidschan

Bis heute fordert Aserbaidschan von der internationalen Gemeinschaft, dass sie das Massaker als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkennt.

Das Massaker war einer der blutigsten Einzelvorfälle im Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien, der zwischen 1992 und 1994 inmitten der Auflösung der Sowjetunion wütete.

In Aserbaidschan sind die Auswirkungen des Konflikts bis heute zu spüren. Mehr als eine Million Bürger gelten als Binnenvertriebene, da sie nicht in ihre von Armenien besetzten Heimatregionen zurückkehren können.

Nach der ethnischen Säuberung der aserbaidschanischen Region Karabach haben armenische Streitkräfte die Region und mehrere andere Provinzen besetzt, die zu Baku gehören. Darunter befinden sich die Bezirke Ağdam, Cəbrayıl, Füzuli, Kəlbəcər, Laçın, Qubadlı und Zəngilan, die außerhalb des früheren autonomen Gebiets Bergkarabach liegen. Armenische Truppen besetzen rund 20 Prozent des aserbaidschanischen Staatsterritoriums.

TRT Deutsch
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