3:0-Sieg gegen Chelsea: FC Bayern dominiert in London

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Der Einzug ins Viertelfinale scheint trotz Rückspiel für den FC Bayern nur noch Formsache zu sein. Serge Gnabry hat eine hervorragende Partie gespielt, während sich Chelsea offensiv gegen die robuste Verteidigung der Bayern nicht durchsetzen konnte.

Serge Gnabry hat einem extrem reifen FC Bayern mit seiner nächsten Tor-Show in London den Weg ins Viertelfinale der Champions League geebnet. Der ehemalige Arsenal-Profi versetzte dem FC Chelsea am Dienstag bei der grandios geglückten Revanche des deutschen Rekordmeisters für das 2012 verlorene Champions League-Finale mit seinem Doppelschlag (51./54. Minute) praktisch schon den K.o., zumal Robert Lewandowski (76.) sogar noch sein elftes Königsklassen-Saisontor zum Endstand von 3:0 (0:0) nachlegen konnte.

In der Gruppenphase hatte Nationalspieler Gnabry bereits beim 7:2 gegen Tottenham als vierfacher Torschütze phänomenal aufgespielt. Beide Tore erzielte er nach Doppelpass mit dem gleichfalls herausragenden Lewandowski. In der Schlussphase sah Chelseas Marcos Alonso noch Rot nach einer Tätlichkeit gegen Lewandowski (84.).

Das Achtelfinal-Rückspiel am 18. März in München sollte nur noch Formsache sein für die Bayern, die unter Trainer Hansi Flick auch in Europa wieder zu einem Titelanwärter zu reifen scheint. Die Bayern komplettierten den Siegeszug der Bundesliga in der ersten K.o.-Runde des Europapokals, nachdem in der Vorwoche schon Borussia Dortmund und Leipzig in der Königsklasse sowie Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Wolfsburg in der Europa League ihre jeweiligen Hinspiele gewonnen hatten. Der deutsche Fußball meldet sich in dieser Saison augenscheinlich international zurück.

„Es ist wichtig, dass wir unser Spiel durchziehen, den Gegner unter Druck setzen und das Heft in die Hand nehmen“, hatte der seit Montag 55 Jahre alte Flick unmittelbar vor der Partie im TV-Sender Sky gesagt. Seine Profis setzten die Vorgabe ihres Chefs von Beginn an um. Nach 40 Sekunden gab Thomas Müller einen ersten Warnschuss ab, den Chelsea-Torwart Willy Caballero aber problemlos parierte.

Flick setzte wieder auf die zuletzt bewährte Formation – in der Offensive mit dem extrem umtriebigen und torgefährlichen Müller als Aktivposten auf der Zehn und Kingsley Coman. Die beim 3:2 gegen den SC Paderborn gesperrten Jérôme Boateng und Benjamin Pavard bildeten neben David Alaba und Alphonso Davies erwartungsgemäß die Abwehr.

Verteidiger Boateng Garant für gelungenes Zu-Null-Spiel

Vor allem Boateng tat sich als Stabilisator und Sicherheitsfaktor hervor und war einer der Garanten für das so wichtige Zu-Null-Spiel. Wenige Minuten vor Schluss rettete der ehemalige Nationalspieler mit einer perfekten Grätsche im eigenen Strafraum gegen Tammy Abraham.

Die Zuschauer sahen in der ersten Hälfte eine kontrollierte Partie beider Teams, die darauf aus waren, Fehler zu vermeiden. Chelsea setzte auf eine starke Defensive mit Dreier- bzw. Fünferkette und lange Bälle auf den französischen Weltmeister Olivier Giroud, der aber nahezu wirkungslos blieb und nach einer Stunde ausgewechselt wurde. Die Gäste aus München trugen ihre Angriffe durchdacht und kontrolliert vor. Sie waren schon da dem Treffer näher – es fehlte jedoch bei deutlichem Chancenplus zunächst die Effektivität im Abschluss.

Coman scheiterte am Außennetz (11.). Lewandowski prüfte den Londoner Schlussmann Caballero aus spitzem Winkel (15.). Reaktionsschnell per Fuß rettete der Argentinier auch zehn Minuten später gegen Lewandowski. Müllers Schuss aus der Distanz ging knapp vorbei (29.), sein Kopfball landete an der Latte (35.).

Der 38 Jahre alte Caballero rechtfertigte gleich in mehreren Situationen seinen Vorzug vor 80-Millionen-Mann Kepa. Auf der anderen Seite war Bayern-Torhüter Manuel Neuer kurz vor der Pause erstmals gefordert: Einen Flachschuss von Marcos Alonso lenkte er zur Seite (43.). Nach dem Wechsel belohnten sich die Bayern dann endlich für ihren Aufwand mit einem bemerkenswerten Gnabry-Doppelschlag.

Der frühere Arsenal-Profi, der beim 7:2 in der Gruppenphase bei Tottenham Hotspur viermal getroffen hatte, erwies sich erneut als London-Schreck. Beiden Toren gingen fantastische Kombinationen mit Lewandowski voraus, der beim ersten Treffer uneigennützig querlegte. Auch beim zweiten Tor hebelten die beiden starken Offensivkräfte die Chelsea-Abwehr um Nationalspieler Antonio Rüdiger spielend aus.

Der für den offenbar am Oberschenkel verletzten Coman eingewechselte Philippe Coutinho hätte per Seitfallzieher erhöhen können (68.). Dies übernahm dann Lewandowski, der beim 3:0 von einer wunderbaren Vorarbeit und einem überlegten Zuspiel von Davies profitierte und erstmals nach zuvor sieben torlosen K.o.-Spielen wieder traf. Die Chelsea-Profis wirkten nun endgültig frustriert – Alonso ließ sich zu einem Griff ins Gesicht von Lewandowski hinreißen und sah Rot (84.).

DPA
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