Armin Laschet will neuer CDU-Parteivorsitzender mit “Teamlösung” werden

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Um gegen die Konkurrenz im Kampf um den CDU-Vorsitz möglichst stark auftreten zu können, hat sich Armin Laschet mit Jens Spahn als seinen Stellvertreter zusammengeschlossen. Beide wollen eine möglichst große Bandbreite der Union abbilden.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet kandidiert für den CDU-Vorsitz. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will als sein Stellvertreter zur Wahl auf dem Sonderparteitag am 25. April antreten, wie beide Politiker am Dienstag gemeinsam vor Journalisten erklärten.

„Ich bedauere, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Team-Gedanken anschließen konnten“, sagte er – offensichtlich ein Seitenhieb gegen den Konkurrenten und früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz.

Spahn sagte, seine Partei befinde sich „in der größten Krise unserer Geschichte“. Die CDU habe viel Vertrauen verspielt, es sei zu wenig über Inhalte gesprochen worden und zu viel über Personalfragen und über Unterschiede innerhalb der Partei. Zu seinem Verzicht auf eine eigene Kandidatur sagte er: „Die CDU ist größer als jeder einzelne von uns.“ Die CDU müsse für einen „weltoffenen Patriotismus“ stehen. „Man kann gleichzeitig für Grenzschutz und für Klimaschutz sein“, sagte er.

Zuvor hatte bereits vergangene Woche CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen seine Kandidatur bekanntgegeben. Am Vormittag wollte auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz erklären, dass er antritt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr. Merz hatte seinen Parteifreunden versprochen, das Wahlergebnis der AfD bei der nächsten Bundestagswahl zu „halbieren“.

Röttgen will weibliche Person ins Team holen

Nach dem Seitenhieb gegen Merz sagte Laschet auf die Frage nach Röttgens Kandidatur, es gehe jetzt nicht um politische Theorien und Analysen, sondern um konkretes Regierungshandeln. Röttgen kündigte unterdessen auf Twitter an, die zweite Person in seinem Team werde eine Frau sein.

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Kramp-Karrenbauer hatte am Montag angekündigt, dass sich mögliche Kandidaten noch in dieser Woche erklären wollen. Mit den Bewerbungen von Röttgen, Laschet und Merz steht fest, dass die CDU erneut in einer Kampfkandidatur über ihren künftigen Parteivorsitz entscheiden wird. Eine einvernehmliche „Teamlösung“ mit vorherigen Absprachen scheint ausgeschlossen.

Laschet erklärte, er könne seine Erfahrung als Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfalen einbringen, wo es genauso wie im Bund darum gehe, die verschiedenen Interessen von Stadt und Land zu berücksichtigen. In Deutschland und Europa werde im Moment wieder Grundlegendes infrage gestellt. Juden und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte berichteten ihm von Ängsten. In dieser Lage sei es auch wichtig, „Zuversicht“ auszustrahlen.

Laschet hat in seiner Partei die berühmte „Ochsentour“ durch sämtliche Ebenen der Politik durchgezogen – vom Aachener Stadtrat über den Bundestag, dem Europaparlament hin zum Düsseldorfer Landtag – bis er 2017 Ministerpräsident von NRW wurde.

„Armin Laschet ist die integrative Persönlichkeit“

Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) begrüßte indes die Kandidatur des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet für den CDU-Vorsitz. „Das Team Armin Laschet/Jens Spahn ist in diesen Zeiten das richtige Signal und wird von mir ausdrücklich unterstützt“, sagte Günther am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

„Armin Laschet ist die integrative Persönlichkeit, die wir als Union nun brauchen“, sagte Günther. Er verbinde wie kein Zweiter die unterschiedlichen Flügel in der Union. Dies habe er im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen erfolgreich unter Beweis gestellt. Mit Spahn an der Seite werde die Bandbreite der Union gut abgebildet.

„Dass Jens Spahn seine persönlichen Ambitionen in dieser Situation zurückstellt, um den maximalen Erfolg der CDU in den Mittelpunkt zu stellen, ist ein großartiges Zeichen“, sagte Günther. „Ich wünsche mir ausdrücklich, dass sich jetzt auch Friedrich Merz diesem Team anschließt.“

FDP-Chef spekulierte auf CDU-Kombilösung

Der Parteivorsitzende der FDP, Christian Lindner, tippte schon eine Stunde vor Bekanntgabe auf eine Kombilösung für den CDU-Vorsitz mit Armin Laschet und Jens Spahn.

„Das wäre tatsächlich mein Tipp, dass das die Lösung sein könnte“, sagte er am Dienstagmorgen dem Fernsehsender n-tv. Nach der Verkündung twitterte Lindner: „Es war wirklich nur ein Tipp und kein Wissen.“

TRT Deutsch und Agenturen
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