Bei Razzia gegen Neonazi-Gruppe: Polizisten vergessen Beweiskasten

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Bei einer Durchsuchung im Rahmen einer Razzia gegen Rechtsextremisten hat es einem Medienbericht zufolge eine fragwürdige Panne gegeben. Der Karton mit Beweismitteln wurde vor der Wohnung vergessen – und ging verloren.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ vom Freitag ist der Polizei bei der Razzia am Dienstag bei einem verdächtigen Rechtsextremisten in Niedersachsen ein Karton mit Beweismitteln abhanden gekommen.

Die Polizei packte Mobiltelefon, Datenträger und diverse andere Beweismittel bei der Hausdurchsuchung in einen Karton. Als die Beamten zurück auf dem Revier waren, stellten die Polizisten jedoch fest, dass sie den Karton vor der Wohnung des Verdächtigen stehen gelassen hatten. Nach ihrer Rückkehr zu der Wohnung war der Karton laut dem Bericht verschwunden, nur das Mobiltelefon konnte noch sichergestellt werden.

Die Flensburger Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp wiederum wollte nicht von einer Panne sprechen, sondern von einem Vorfall. Einzelheiten seien ihr zwar noch nicht bekannt, sagte Gropp der Deutschen Presse-Agentur. Angeblich wären aber keine Beweismittel verschwunden.

Die Flensburger Staatsanwaltschaft führt die Ermittlungen in dem Verfahren. Der Vorfall in Göttingen werde aber vor Ort aufgearbeitet, sagte Gropp. „Das ist nicht Gegenstand des Verfahrens.“

77 Ermittlungsverfahren gegen Anführer von „Aryan Circle Germany“

Einsatzkräfte hatten bei der Aktion in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen Wohnungen durchsucht. Die insgesamt zwölf Verdächtigen sollen sich im Juli 2019 mit weiteren Beteiligten in Bad Segeberg zu der rechtsextremen Gruppierung „Aryan Circle Germany“ zusammengeschlossen haben. Die rechtsextreme Gruppe hatte den Angaben zufolge Körperverletzungen und Sachbeschädigungen sowie Straftaten nach dem Waffengesetz geplant.

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Der mutmaßliche Drahtzieher dieser Gruppe, Bernd Tödter, soll als Nazi-Szenegröße bekannt sein. Der 45-Jährige gelte als extrem brutal. Das Staatsschutzdossier listet 77 Ermittlungsverfahren in verschiedenen Bundesländern auf, mit denen Tödter seit 2001 auffällig war, zitiert der „Spiegel“.

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TRT Deutsch und Agenturen
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