Eskalation in Syrien: Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa

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Der Angriff des Assad-Regimes auf türkische Truppen in der syrischen Provinz Idlib sorgt für eine Eskalation des Konflikts. Es droht eine neue Flüchtlingswelle nach Europa. Hunderte Migranten sind bereits auf dem Weg in Richtung Griechenland.

Mehrere hundert Flüchtlinge strömen am Freitag in Richtung nordwestliche Grenze der Türkei. Sie wollen über Griechenland in die Europäische Union gelangen. Der Angriff des syrischen Regimes auf türkische Soldaten in der Provinz Idlib könnte die Region weiter destabilisieren und eine neue Flüchtlingswelle nach Europa auslösen.

Bei dem Luftangriff am Donnerstag waren mindestens 33 türkische Soldaten ums Leben gekommen. Weitere zehn wurden verletzt.

Eltern mit Kindern an der Hand laufen in Richtung griechische Grenze
Eltern mit Kindern an der Hand laufen in Richtung griechische Grenze
(AA)

Die Türkei wird syrische Flüchtlinge nach Angaben eines hochrangigen Insiders nicht länger von der Flucht über Land oder See nach Europa abhalten. Die türkische Polizei, Küstenwache und Grenzschützer seien angewiesen worden, sich zurückzuhalten, fügte der Insider hinzu. In der syrischen Grenzprovinz Idlib sind wegen der jüngsten Gefechte fast eine Million Menschen auf der Flucht.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete am Freitagmorgen beispielsweise von rund 300 Menschen, die sich auf den Weg in Richtung eines Grenzübergangs in Edirne gemacht hätten. Die Provinz grenzt sowohl an Griechenland als auch an Bulgarien. Andere kämen in der Provinz Çanakkale nahe Ayvacik zusammen, um per Boot auf die griechische Insel Lesbos und damit in die EU zu gelangen.

 

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu (AA) berichtete, dass sich Migranten in den Städten Izmir, Muğla and Çanakkale sammelten für die Reise Richtung EU. Daraufhin machten sich Migranten zu Fuß, mit Bahn und Bus auf den Weg in die an Griechenland grenzende Provinz Edirne.

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Die Flüchtlinge bewegen sich in Richtung der an Griechenland angrenzenden Provinz Edirne.
Die Flüchtlinge bewegen sich in Richtung der an Griechenland angrenzenden Provinz Edirne.
(AA)

Noch am Donnerstag vor dem tödlichen Luftangriff in Idlib hatte der US-Verteidigungsminister Mark Esper mit seinem türkischen Amtskollegen Hulusi Akar gesprochen. Laut einer Erklärung des Pentagon besprachen die beiden Verteidigungsminister „die brutale Aggression des Assad-Regimes in Idlib, das von Russland und dem Iran unterstützt wird“.

Regime missachtet Waffenstillstandsabkommen

Im September 2018 vereinbarten die Türkei und Russland, die Oppositionshochburg Idlib in eine Deeskalationszone zu verwandeln, in der militärische Aggressionen ausdrücklich verboten sind. Doch die Waffenruhe wurde immer wieder gebrochen.

Mehr als 1.300 Zivilisten wurden seither bei Angriffen des Assad-Regimes und der russischen Streitkräfte in der Deeskalationszone getötet.

In der Deeskalationszone leben derzeit bis zu vier Millionen Zivilisten, darunter Hunderttausende, die in den letzten Jahren von den Regimekräften im kriegszerrütteten Land vertrieben wurden.

Die Türkei beherbergt bereits laut UN-Angaben mehr als 3,7 Millionen Syrer – mehr als jedes andere Land. Die Türkei will daher eine weitere Flüchtlingswelle vermeiden.

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TRT Deutsch und Agenturen
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