Für “Grenzsicherheit” auf Lesbos: Rechtsextremisten reisen nach Griechenland

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Sie wollen sich an der Sicherung der Grenzen Europas gegen Migranten beteiligen: Zahlreiche Rechtsradikale aus Deutschland und vermutlich Frankreich sind auf der griechischen Insel Lesbos gesichtet worden.

Auf der griechischen Insel Lesbos sind nach Augenzeugenberichten Rechtsradikale aus Deutschland und Frankreich eingetroffen. Diese wollten, wie sie sagen, an der Seite der Griechen zur Sicherung der EU-Grenzen gegen illegal einreisende Migranten wirken, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Einige von ihnen – alles Deutsche – seien von Reportern des lokalen griechischen Nachrichtenportals „sto nisi“ gesichtet und fotografiert worden. Ein mutmaßlich links eingestellter Mann habe in der Einkaufsmeile der Inselhauptstadt einen der Deutschen angegriffen und am Kopf verletzt, berichtete das Portal und veröffentlichte Fotos.

Nach der Verletzung sollen die Rechtsextremisten Parolen gerufen haben. Auch die Worte „Wir werden euch genau das antun, was wir euch in Kalavrita angetan haben“ könnten laut dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) gefallen sein.

Sollte das stimmen, könnte es sich um eine Bezugnahme zu der Massentötung von Zivilisten im zweiten Weltkrieg handeln. Am 13. Dezember ermordeten deutsche Soldaten alle minderjährigen Jungen und alle Männer des griechischen Ortes Kalavryta.

Andere griechische Medien berichteten, auch französische Rechtsradikale seien in Griechenland eingetroffen. Die Polizei von Lesbos wollte zunächst nichts dazu sagen. Der Grünen-Politiker im Europäischen Parlament, Erik Marquardt, meldete auf Twitter: „Es sind wohl 40 internationale Nazis hier auf Lesbos angekommen. Darunter vorbestrafte Gewalttäter.“

Die Thüringer Landtagsabgeordnete und Rechtsextremismus-Expertin, Katharina König-Preuss, rief bereits am Mittwoch gemäß eines Berichts des Nachrichtenportals „t-online“ dazu auf, dass Behörden die Ausreise von Neonazis nach Griechenland verhindern sollten.

TRT Deutsch und Agenturen
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