Kritik: Elisabeth Moss als Shirley Jackson in “Shirley”

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“Shirley” wurde von Sarah Gubbins aus einem Roman von Susan Scarf Merrell adaptiert und hält sich nicht treu an die Autobiographie. Im wirklichen Leben hatten sie und Hyman vier Kinder und lebten woanders. Hier wird ihr kinderloses, akademisches Leben von der Bitterkeit und den frei fließenden Cocktails von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ Durchnässt.

Jackson, manchmal auch als Horrorautor bezeichnet, schrieb die lebhaft gewalttätige Allegorie „The Lottery“ und die Geistergeschichte „The Haunting of Hill House“. In “Shirley” beginnt Jackson gerade mit ihrem 1951 erschienenen Roman “Hangsaman”, der vom Verschwinden eines 18-jährigen College-Mädchens inspiriert ist.

Josephine Deckers stacheliges, nerviges “Shirley” spielt hauptsächlich in Bennington, Vermont, der Heimat der zurückgezogen lebenden Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss) und ihres Mannes, des Literaturkritikers Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Es findet aber auch im gotischen, erhöhten Bereich einer von Jacksons eigenen Geschichten statt.

In „Shirley“ verschwimmen die Linien ebenfalls. Der Film mag letztendlich in den Gedanken von Jackson liegen, aber wir gehen aus der Sicht von Rose darauf ein. Das junge Paar, das ursprünglich nur ein paar Tage bei Hyman und Jackson bleiben wollte, wird zum Bleiben überredet. Rose, schwanger und gezwungen, die Rolle der Hausfrau zu spielen, scheint ein Gegenteil zu Shirley zu sein, aber die gemeinsame Frauenfeindlichkeit, unter der sie leben, zieht sie zusammen. Rose erzählt ihr, dass sie sich beim Lesen von „The Lottery“ „aufregend schrecklich“ gefühlt hat. Shirley lächelt.

Dies ist Deckers vierter Film (Martin Scorsese ist ausführender Produzent) und sie hat sich fest als Regisseurin intensiven und eindringlichen Handwerks etabliert. Ihr in seinen Perspektiven gerissenes Filmemachen ist eng mit den Psychologien – und manchmal den Psychosen – seiner Charaktere verbunden. Deckers letzter Film, “Madeline’s Madeline”, handelte von einem Teenager-Mädchen, das mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hatte, während es in einem Theaterworkshop Ausdruck fand.

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Als ein junger akademischer Schützling namens Fred (Logan Lerman) und seine Frau Rose (Odessa Young) einziehen, greift ein zunehmend klaustrophobisches psychologisches Drama ein. Kunst und Realität werden verzerrt, während tiefere Wahrheiten scharf in den Fokus rücken. “Shirley” ist wie ein verzerrtes Prisma, durch das man klar sehen kann.

Derzeit gibt es nur wenige mutigere Schauspieler als Moss, und „Shirley“ ist möglicherweise ihre bisher beste Leistung. Sie schneidet brutal, aber der Schmerz jeder leichten Kräuselung auf ihrem Gesicht. Ein Leben voller Unterdrückung hat sie verhärtet und verstümmelt und sie herrlich monströs gemacht. Die Männer um sie herum können ihre Macht möglicherweise nicht ergründen.

Sie rebellieren jeweils auf ihre Weise zu einem erstickenden Sexismus. Shirley, wütend über die offene Angelegenheit ihres Mannes und seine manipulative Kritik an ihrer Arbeit (Stuhlbarg ist bedrückend gut), wurde als „Hexe“ gebrandmarkt. Gerüchten zufolge hat sie die Rolle pervers übernommen – und lädt Rose (die anfängt, die gleichen Frustrationen zu begreifen) ein, sich ihr anzuschließen. “Was passiert mit allen verlorenen Mädchen?” Shirley sagt von ihrem Buch. “Sie werden verrückt.”

“Shirley”, eine Neon-Veröffentlichung, wird von der Motion Picture Association of America für sexuellen Inhalt, Nacktheit, Sprache und kurze störende Bilder mit R bewertet. Laufzeit: 117 Minuten. Drei von vier Sternen.

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Folgen Sie dem AP-Filmautor Jake Coyle auf Twitter unter: http://twitter.com/jakecoyleAP

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Dieses von Neon veröffentlichte Bild zeigt Michael Stuhlbarg (links) und Elisabeth Moss in einer Szene aus "Shirley". (Thatcher Keats / Neon über AP)

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