Nord Stream 2: Russland schickt nach Baustopp sein eigenes Verlegeschiff

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Ein eigenes Spezialschiff des russischen Energieriesen Gazprom soll das gemeinsame Pipelineprojekt mit Deutschland in der Ostsee abschließen. Zuvor sorgten US-Sanktionen für einen Baustopp. Washington warnt vor einer zu großen Abhängigkeit.

Nach dem Baustopp an der Ostseepipeline Nord Stream 2 hat das russische Spezialschiff für die Verlegung der restlichen Gasröhren bald den größten Teil der Strecke zurückgelegt.

Die „Akademik Tscherski“ wird am 25. März im ägyptischen Haften Suez erwartet, wie das Schiffsradar Vesselfinder.com zeigte. Wann genau das Schiff des russischen Gasmonopolisten Gazprom in der Ostsee ankommt, war aber unklar. Es war Anfang Februar vom Hafen Nachodka im äußersten Osten Russlands gestartet.
Russland hatte erklärt, dass die „Akademik Tscherski“ die durch US-Sanktionen gestoppte Pipeline in der Ostsee fertigstellen könne. Das mit rund zehn Milliarden Euro veranschlagte Projekt ist nach Darstellung des Energieministeriums in Moskau zu 94 Prozent fertig. Es fehlten noch rund 160 Kilometer an Röhren, damit die Leitung mit zwei Strängen von insgesamt 2400 Kilometern vollständig sei.
Die Schweizer Firma Allseas, die mit Spezialschiffen Rohre in der Ostsee verlegt hatte, stellte Ende vorigen Jahres ihre Arbeiten wegen der US-Sanktionen ein. Die USA warnen vor einer zu großen Abhängigkeit der EU von russischem Gas. Sie wollen das Projekt verhindern und eigenes Flüssiggas, das mehr kostet als russisches Leitungsgas, in Europa verkaufen.
Ursprünglich sollte die Leitung Ende vorigen Jahres fertig sein. Deutschland, wo Nord Stream 2 anlanden soll, hatte die Sanktionen der USA kritisiert. Mehrere EU-Staaten, darunter Polen, sind gegen das Projekt, weil sie einen zu starken Einfluss Russlands auf dem Energiemarkt befürchten. Sie unterstützen deshalb die US-Position. Kremlchef Wladimir Putin hatte im Januar gesagt, dass Russland das Projekt aus eigener Kraft fertigstellen könne – bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2021.

DPA
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