“Parasit” gewinnt Oscar für den besten Film

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Bei der 92. Oscar-Verleihung gewinnt der Südkoreaner Bong Joon Ho mit seiner Satire „Parasite“ den Oscar in der Kategorie „Bester Film“. Damit geht die begehrte Trophäe erstmals an eine nicht-englischsprachige Produktion.

Der Oscar für den besten Film geht zum ersten Mal nach Südkorea – und damit erstmals an eine nicht-englischsprachige Produktion. Insgesamt gab es in der Nacht zu Montag in Hollywood vier Auszeichnungen für die Satire „Parasite“: Filmemacher Bong Joon Ho gewann zusätzlich zur Königskategorie auch den Auslands-Oscar sowie die Preise für die beste Regie und das beste Original-Drehbuch.

Sein bitterböser Film, der bereits einen Golden Globe und die Goldene Palme von Cannes gewonnen hatte, erzählt die Geschichte einer armen Familie, die sich im Haus einer reichen Familie einnistet. Bong Joon Ho reagierte ungläubig auf seinen Triumph: „Es fühlt sich immer noch sehr surreal an“, sagte er Backstage. „Ich denke, irgendetwas wird mich gleich am Kopf treffen, und ich werde von diesem Traum aufwachen.“ In Südkorea löste der Triumph Begeisterung aus. Staatspräsident Moon Jae In erklärte, er sei stolz auf Bong, die Schauspieler und das Team: „Ich bin ihnen besonders dankbar, weil sie unseren Landsleuten Stolz und Mut eingeflößt haben, während wir zusammenstehen, um Probleme zu überwinden.“

Drei Oscars für Kriegsdrama „1917“
Drei Oscars für Kriegsdrama „1917“
(AFP)

Drei Oscars für das Kriegsdrama „1917“

Das hochgehandelte Kriegsdrama „1917“ erhielt drei Oscars, darunter den für die beste Kamera. Zwei Auszeichnungen gingen an den historischen Rennsportfilm „Le Mans 66: Gegen jede Chance“. Als Verlierer ging das Mafia-Epos „The Irishman“ aus der 92. Oscar-Gala hervor. Der hochkarätig besetzte Film von Altmeister Martin Scorsese war zehn Mal nominiert gewesen, gewann aber keinen einzigen Preis.

Die Schauspieler-Trophäen wurden diesmal durchweg von den Favoriten und damit von Hollywood-Topstars abgeräumt: Beste Hauptdarstellerin wurde Renée Zellweger für ihre Darstellung der Sängerin Judy Garland in dem biografischen Film „Judy“. Den männlichen Hauptrollen-Oscar bekam Joaquin Phoenix für seine Rolle des späteren Batman-Gegenspielers „Joker“; das Drama wurde außerdem für die beste Filmmusik ausgezeichnet.

Brad Pitt und Laura Dern gewannen die Auszeichnungen als beste Nebendarsteller und holten sich damit die ersten Schauspiel-Oscars ihrer Karriere. Dern wurde für ihre Rolle im Drama „Marriage Story“ des Regisseurs Noah Baumbach ausgezeichnet, Pitt für das Quentin-Tarantino-Werk „Once Upon a Time in Hollywood“. Der nostalgische Film über das Hollywood der 1960er Jahre erhielt außerdem einen Oscar für das Produktionsdesign.

Bester Filmsong: „(I’m Gonna) Love Me Again“

Rockstar Elton John und sein Liedtexter Bernie Taupin wurden für den besten Filmsong ausgezeichnet: „(I’m Gonna) Love Me Again“ aus dem Biopic „Rocketman“. Die beste Filmmusik lieferte nach Meinung der US-Filmakademie die Isländerin Hildur Gudnadóttir für „Joker“ ab. Für einen bewegenden Moment während der Gala sorgte die 18-jährige US-Sängerin Billie Eilish, die den Beatles-Klassiker „Yesterday“ für die seit der letzten Gala gestorbenen Größen der Filmbranche wie Kirk Douglas und Doris Day sang. Auch des tödlich verunglückten Basketball-Superstars und Oscar-Gewinners Kobe Bryant wurde gedacht.

Bester Animationsfilm ging an „Toy Story“

Die Trophäe für den besten Animationsfilm ging an den vierten „Toy Story“-Film „Alles hört auf kein Kommando“ von Josh Cooley. Für das beste adaptierte Drehbuch wurde der Neuseeländer Taika Waititi mit seiner Nazi-Satire „Jojo Rabbit“ geehrt. Den Oscar für das beste Kostümdesign erhielt Greta Gerwigs Romanverfilmung „Little Women“. In der Sparte Make-up/Frisur wurde das Drama „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ ausgezeichnet

Oscar in der Kategorie Dokumentation gewann „American Factory“
Oscar in der Kategorie Dokumentation gewann „American Factory“
(AFP)

In der Kategorie Dokumentation gewann der Film „American Factory“. Die Doku erzählt von den Menschen in einer Fabrik im US-Bundesstaat Ohio. Es ist das erste Werk, das von der Produktionsfirma von Barack und Michelle Obama unterstützt wurde. Beide gratulierten den Filmemachern für ihre „bewegende Geschichte“ per Twitter. Die einzige deutsche Oscar-Hoffnung – die vom SWR koproduzierte Dokumentation „The Cave“ über ein unterirdisches Krankenhaus in Syrien – ging damit leer aus.

DPA
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