Corona zwingt fränkische Traditionsbrauerei in die Knie – Top News

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“Die Entscheidung war extrem schwierig und extrem emotional”, sagt Christine Lang.

“Wir haben sie bestimmt fünf Mal widerrufen, wieder überlegt, wieder anders entschieden bis wir wirklich endgültig gesagt haben: ‘Ok, wir machen jetzt Schluss’.

” Die Branche sei schon immer schwer umkämpft gewesen.

Durch die Corona-Krise habe sich die Lage verschärft.

Niemand wisse, welche Langzeitfolgen für die Gastronomie entstehen und, ob sie sich überhaupt erholen werde.

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Klar sei: “Wir können und möchten nicht mehr”, sagt die 27-Jährige.

Es sind die wegen Corona geschlossenen Wirtshäuser und die abgesagten Feste, die die Brauerei in die Knie zwingen.

Was bleibt, ist der Handel.

Doch der allein reicht einfach nicht, erklärt Christine Lang.

Die 27-Jährige wollte das Familienunternehmen in sechster Generation weiterführen.

Momentan werden noch alle zwei bis drei Wochen zwei Sude gebraut.

Die eingekauften Rohstoffe sollen verbraucht werden.

Doch Ende September ist dann endgültig Schluss.

Viele Besucher trauern um abgesagte Volksfeste und Feiern.

Für manche Firmen bedeuten die Absagen das Ende ihrer Existenz, zum Beispiel für die Wernecker Brauerei in Unterfranken.

Am 30.

September ist Schluss mit der 400 Jahre alten Tradition.

Jeden Samstag findet in der Wernecker Brauerei im Landkreis Schweinfurt der Werksverkauf statt.

Die Einheimischen zeigen sich momentan solidarisch und kaufen, was das Zeug hält.

Denn das Wernecker Pils, das Naturradler und den beliebten Energy Drink wird es in fünf Monaten nicht mehr geben.

“Jetzt an einen Konzern zu verkaufen, der dann sein ich nenn´s mal ‘Industriebier’ aus einer anderen Region hier in unsere Flaschen füllt, das wollten wir nicht”, sagt Christine Lang.

“Das hätte jedes Mal weh getan es im Laden zu sehen und es wäre auch nicht fair gegenüber den anderen tollen befreundeten Brauereien, die wir im Umfeld haben, die dann den Umsatz verlieren, obwohl sie ihn viel nötiger hätten.

Im März hatte die Brauerei noch ums Überleben gekämpft, Kurzarbeit eingeführt und Soforthilfe beim Staat beantragt.

Doch die einmalig gezahlten 15.

000 Euro deckten nur ein Drittel der Lohnkosten in einem Monat.

Ein Kredit kommt für die Brauerei nicht in Frage, weil ohnehin anstehende Investitionen zu teuer sind.

Somit stapeln sich im Keller die vollen Fässer und rund 15.

000 Liter Bier müssen vernichtet werden.

Corona-Krise bringt Einbuße

Verwurzelt in der Region

Jobsuche in Zeiten von Corona

“Unterstützt regionale Unternehmen”

Viele Besucher trauern um abgesagte Volksfeste und Feiern.

Für manche Firmen bedeuten die Absagen das Ende ihrer Existenz, zum Beispiel für die Wernecker Brauerei in Unterfranken.

Am 30.

September ist Schluss mit der 400 Jahre alten Tradition.

Selbst im Krieg wird weiter Bier gebraut, es hat nur nicht sonderlich gut geschmeckt.

Doch immer ist die Brauerei mit der Region eng verbunden und hat vielen Familien Arbeit gegeben.

Auch der Familie von Alt-Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl.

Ihr Vater verbringt 50 Jahre, sein gesamtes Arbeitsleben als Brauer bei Familie Lang.

Mit dem Aus der Brauerei, fürchtet die Lokalpolitikerin, geht auch das Herz von Werneck verloren.

“Für uns Kinder war der Sonntagvormittag in der Brauerei und beim Ausfahren, auch ein Zeitvertreib”, erinnert sich Edeltraud Baumgartl.

Die Jahreszahl 1617 an der Fassade des alten Gasthofs benennt die Geburtsstunde der Brauerei Werneck.

Die Familie Wurm, heute Familie Lang, übernimmt erstmals 1861.

Als erste Frau leitet Albertine Wurm die Brauerei, was damals eine Sensation war.

Ihm und den anderen vierzehn Mitarbeitern möchte Familie Lang bei der Suche nach einer neuen Stelle helfen.

Aber auch viele andere Privatbrauereien in Unterfranken kämpfen um ihre Existenz.

Es wird nicht einfach sein, einen neuen Job zu finden.

Für Rainer Bätz ist dabei vor allem ein passendes Gehalt wichtig.

Denn er zahlt noch eine Eigentumswohnung ab.

“Und das Arbeitsklima, das muss passen”, sagt der gelernte Bäcker.

Fast jeder in Werneck scheint einen persönlichen Bezug zur Brauerei zu haben.

Wenn man einmal angefangen hat in der Brauerei zu arbeiten, dann bleibt man auch, erklärt Rainer Brätz, 58 Jahre alt und gelernter Bäcker.

Mit Anfang 20 hat er nur einen Übergangsjob als LKW-Fahrer gesucht.

Mittlerweile hält dieser Übergangsjob seit 37 Jahren.

“Ich bin jetzt die dritte Generation hier”, sagt er.

Sein Großvater und seine Mutter haben bereits für die Brauerei gearbeitet.

“Zusammen waren wir 104 Jahre dabei und der Abschied tut mir schon weh”, erklärt Rainer Brätz.

Corona zwingt fränkische Traditionsbrauerei in die Knie

Kriege und Wirtschaftskrisen konnten der Wernecker Brauerei nichts anhaben.

Sie hat 403 Jahre überlebt.

Corona bricht der Brauerei nun das Genick und ab 1.

Oktober ist sie Geschichte.

Christine Lang appelliert an die Endverbraucher, jetzt die regionalen Unternehmen zu unterstützen.

“Regional einzukaufen ist wichtiger denn je”, sagt sie.

“Es war schon immer wichtig, aber wenn der Verbraucher es jetzt nicht begreift, dann ist alles weg.

Für viele regionale Betriebe geht es mittlerweile schlicht ums Überleben und “Durchhalten” lautet das Gebot der Stunde.

Verbraucher können Loyalität zeigen und Unternehmen unterstützen, die ihnen wirklich am Herzen liegen.

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