Coronakrise: Türkische Währung im Sturzflug – Top News

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Der Kurs der türkischen Lira erinnert bitter an den Spätsommer 2018.

Da gab es kurzfristig für einen Euro 8,12 Lira.

Zurzeit sind es etwa 7,60 Lira.

Im Verhältnis zum Dollar Lira sank die Lira vor einer Woche vorübergehend auf ein Rekordtief.

Die psychologisch wichtige Marke von 7 Lira pro Dollar wurde deutlich überschritten.

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Ein alt bekanntes Problem der Türkei treffe gerade auf die Corona-Krise, analysiert die Finanzwissenschaftlerin Selva Demiralp von der Istanbuler Koc-Universität:

Schon vor Corona-Krise war die türkische Lira unter Druck.

Seit Ausbruch der Pandemie in der Türkei ist sie im freien Fall.

Die Schuldigen dafür sieht Staatspräsident Erdogan im Ausland.

Eine Analyse.

Auf Druck der Regierung hat die Zentralbank den Leitzins innerhalb eines Jahres acht Mal gesenkt – aus Sicht vieler Experten verschärft das den Kursverfall, auch wenn Erdogan es anders sieht.

Eine weitere umstrittene Maßnahme: Die Regierung lässt frisches Geld drucken.

Gegen die massiven Auslandsschulden, die dieses Jahr beglichen werden müssen, hilft das nur wenig.

Zudem erschwert die aggressive Außenpolitik die Suche nach Partnern in der Finanzkrise.

Die müssen in der Regel mit Devisen bezahlt werden, also meist Euro oder Dollar.

Wegen der Corona-Krise ist die Produktion aber stark runtergefahren – in der Autoindustrie im April um 90 Prozent.

Andere Devisenbringer wie der Tourismus liegen derzeit völlig brach.

Damit fließe kaum noch ausländisches Kapital ins Land, sagt der Chefstratege und Türkei-Experte der Landesbank Baden-Württemberg, Thomas Meißner.

Rekordtiefstände zum US-Dollar

Türkischer Devisenhunger nach Euro und US-Dollar

Leitzinssenkungen und Auslandsschulden schwächen die Währung

Neue Kredite als zweifelhafter Ausweg?

Schon vor Corona-Krise war die türkische Lira unter Druck.

Seit Ausbruch der Pandemie in der Türkei ist sie im freien Fall.

Die Schuldigen dafür sieht Staatspräsident Erdogan im Ausland.

Eine Analyse.

Staatspräsident Erdogan reagierte auf die erneute Währungskrise, indem er reflexhaft die Schuldigen im Ausland ausmachte:

Vor allem auf Druck von Präsident Erdogan wurde der Leitzins in den vergangenen zwölf Monaten acht Mal gesenkt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Hinzu kommt das ungelöste Problem hoher Auslandsschulden.

Die Türkei muss am Jahresende insgesamt 172 Milliarden in US-Dollar zurückzahlen.

Also neue Kreditaufnahme als Ausweg? Tatsächlich hat die Türkei bereits bei der US-Notenbank und anderen Zentralbanken angeklopft.

Gut möglich, dass sich die Regierung auch woanders Geld leihen will, etwa aus China – oder vom befreundeten Golfemirat Katar.

Andere Staaten würden wohl eher beim Internationalen Währungsfonds IWF um Hilfe bitten – so wie es die Türkei in früheren Jahrzehnten auch getan hat.

Doch Staatspräsident Erdogan hat immer wieder klar gemacht, dass er nicht zum IWF gehen werde.

Eher leihe die Türkei dem IWF Geld, hatte Erdogan noch vor kurzem getönt.

Coronakrise: Türkische Währung im Sturzflug

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