Debatte um verpflichtende Soziale Dienste in Corona-Zeiten – Top News

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Frederik sagt, er habe viel gelernt in der Zeit hier, zum Beispiel selbstbewusst das zu tun, was nötig ist.

Die anderen Bufdis kennt er von Seminaren, viele von denen würden dafür brennen, in Behinderteneinrichtungen oder Krankenhäusern zu helfen.

Eine Verpflichtung zu solchen Diensten sieht er kritisch.

“Meiner Meinung nach klappt das nicht.

Man kann nicht sozial sein, man kann nicht etwas für die Gesellschaft tun, wenn man es muss.

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Dann macht man es einfach irgendwie.

Durch Corona sind Pflegekräfte an ihre Belastungsgrenze gekommen.

Junge Menschen sollen sie mit einem verpflichtenden Sozialen Dienst unterstützen, fordert Susann Enders (Freie Wähler).

Das sehen viele anders.

Im Probenraum der Montessori-Fachoberschule in München dröhnt Musik.

Fabio, Paul und Frederik machen zusammen eine Jamsession.

Frederik Lohse, 22, am Bass, ist Helfer im Bundesfreiwilligendienst, ein sogenannter Bufdi.

Seit September arbeitet er an der Schule, die Musik ist sein Lieblingsprojekt.

Eingesetzt wird er als Mittler zwischen Lehrern und Schülern, als jemand, der durch die Schule geht, redet, und sich kümmert.

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Aber Firsching rechnet vor: Wenn wirklich alle Schulabsolventen einen sozialen Dienst absolvieren müssten, seien die Träger der Einrichtungen gar nicht in der Lage, alle unterzubringen.

Viel wichtiger fände sie, denen, die jetzt schon freiwilligen Dienst tun, Wertschätzung und Anerkennung entgegenzubringen.

Aber vom Bonus für Pflegekräfte sind sie explizit ausgeschlossen.

Andreas Czerny, Hauptgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bayern, ist ebenso skeptisch – seit die Zivis aus den Einrichtungen verschwunden seien, habe sich die Pflege professionalisiert.

Derzeit würden Fachkräfte fehlen und keine ungelernten Hilfskräfte, sagt er.

“Der Freiwilligendienst, der jetzt so stattfindet, ist nicht zu vergleichen mit einem Zivildienst von damals, die könnten so gar nicht eingesetzt werden, so professionell, wie das System inzwischen ist.

Derzeit 8.

000 Freiwillige in Sozialen Diensten in Bayern

Verbände und Einrichtungen eher skeptisch

Das ist das Grundproblem, das viele Träger von sozialen Einrichtungen in Bayern sehen: die Motivation.

Im Moment arbeiten im Freistaat rund 8.

000 Freiwillige – zur Hälfte im Bundesfreiwilligendienst, zur Hälfte im Freiwilligen Sozialen Jahr.

Die meisten sind hoch motiviert, denn sie haben den Dienst ja freiwillig angetreten.

Annette Firsching, die sich beim Paritätischen Wohlfahrtsverband um die Freiwilligen kümmert, erzählt, dass man das gerade in der Betreuung während der Corona-Krise gemerkt habe – viele der Freiwilligen hätten in der Betreuung weiter gemacht und sich damit dem Risiko der Ansteckung ausgesetzt.

Durch Corona sind Pflegekräfte an ihre Belastungsgrenze gekommen.

Junge Menschen sollen sie mit einem verpflichtenden Sozialen Dienst unterstützen, fordert Susann Enders (Freie Wähler).

Das sehen viele anders.

Die Freiwilligen, die heute in Bayern sozialen Dienst absolvieren, tun das zur Orientierung, sie wollen diesen Dienst, und sie ziehen viel daraus.

Für einen verpflichtenden sozialen Dienst müsste wohl das Grundgesetz geändert werden.

Aber abgesehen von den juristischen Schwierigkeiten: Von denen, die dann all die Zwangsverpflichteten bei sich arbeiten lassen müssten, sind viele skeptisch.

Debatte um verpflichtende Soziale Dienste in Corona-Zeiten

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