Milchkrise wegen Corona? Landwirte diskutieren über Maßnahmen – Top News

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Zwar wird insgesamt mehr im Supermarkt gekauft, doch das kann nicht ausgleichen, was in der Gastronomie und im Export an Nachfrage wegbricht.

Zu normalen Zeiten fließen in diese Bereiche mehr als 60 Prozent der deutschen Milchproduktion.

Die Folge: Momentan ist zu viel Milch auf dem Markt.

Mit einem Berg aus Milchpulversäcken hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter in Berlin gegen neue EU-Beihilfen protestiert.

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Landwirte sorgen sich vor einer möglichen Milchkrise.

Darüber, wie die verhindert werden kann, wird aber gestritten.

Corona wirbelt den Milchmarkt durcheinander.

Ein Jahr war der Milchpreis relativ stabil, erzählt Landwirt Wolfgang Scholz aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.

Um die 35 Cent pro Liter bekommt er momentan für die Milch seiner 80 Kühe.

Er habe ein bisschen Angst, sagt der Landwirt.

Die Marktsituation und die Aussichten seien Anfang des Jahres sehr gut gewesen: “Corona hat jetzt alles durcheinander gebracht,” sagt Wolfgang Scholz.

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Das helfe auch den Landwirten, argumentiert sie, weil die Molkereien dann länger einen stabilen Milchpreis auszahlen könnten.

“Der Milchmarkt ist sehr emotional und deswegen sind solche Signale, dass es eine Entlastung gibt, sehr wichtig,” so Glasmann.

Milchnachfrage in Gastronomie und Export bricht ein

Glasmann: “Milchmarkt ist emotional”

Sorge des BDM: Markterholung könnte verzögert werden

Meinung der Landwirte ist gespalten

Um die geringere Nachfrage abzumildern, stellt die EU-Kommission Beihilfen mit einem Volumen von 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Molkereien und Händler bekommen Geld, wenn sie Milchprodukte für eine gewisse Zeit einlagern und sie so dem Markt entziehen, erklärt Susanne Glasmann vom Verband der bayerischen privaten Milchwirtschaft: “Unsere Hoffnung über die private Lagerhaltung ist, dass sich der Markt da etwas entlastet.

Und dass wir die Produkte, die wir jetzt einlagern, später zu einem besseren Preis verkaufen können.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, BDM, aber sieht diese Marktentlastungsmaßnahme auf Kosten der Steuerzahler sehr kritisch.

Die Produkte werden jetzt drei bis sechs Monate eingelagert.

Bernhard Heger fragt sich, was danach passiert: “Diese Milch, die jetzt eingelagert wird, kommt irgendwann wieder auf den Markt.

Das heißt, jede Markterholung wird verzögert, der Milchpreis bleibt länger tief.

” Das sei “ein Riesenproblem” und außerdem auch ein psychologisches, so Heger.

Der Einzelhandel wisse genau, wie viel am Lager liege: “Bei Preisverhandlungen sagen die, wir haben keine Notwendigkeit, mehr zu bezahlen,” mutmaßt der Landwirt.

Mit einem Berg aus Milchpulversäcken hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter in Berlin gegen neue EU-Beihilfen protestiert.

Landwirte sorgen sich vor einer möglichen Milchkrise.

Darüber, wie die verhindert werden kann, wird aber gestritten.

Nicht alle Milchprodukte sind so haltbar, dass man sie einlagern kann.

Geld von der EU gibts für Milchpulver, für bestimmte Käsesorten und für tiefgefrorene Butter.

Bis zu 140.

000 Tonnen Butter könnten so jetzt zum Beispiel eingelagert werden.

Wie viele es nun tatsächlich werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Die Antragsphase läuft, die Molkereien mit entsprechender Produktpalette prüfen, ob die Lagerung mit den Zuschüssen für sie wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wie stark der Milchpreis überhaupt einbricht, darüber wagt Landwirt Scholz keine Prognose.

Es gibt auch schon positive Anzeichen.

Der Export nach China läuft zum Beispiel wieder an.

Bernhard Heger plädiert stattdessen dafür, die Milchmenge um ein paar Prozent zu reduzieren – verpflichtend und europaweit.

Es ist eine alte Diskussion: Milchmenge verringern oder Überschüsse einlagern? Die Landwirte sind gespalten.

Wolfgang Scholz vom Verband der Milcherzeuger Bayern befürwortet die Einlagerung: “Ich sehe es als eine Sicherheitsmaßnahme”, sagt er.

Bei vergangenen Milchkrisen habe diese Einlagerung zwar nicht immer, aber doch oft gut funktioniert.

Die Markterholung sei dann später nicht blockiert worden.

Milchkrise wegen Corona? Landwirte diskutieren über Maßnahmen

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