Wirecard – Neue Zahlen und alte Probleme – Top News

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Zahlungsdienstleister wie Wirecard verdienen an der Herausgabe und der technischen Abwicklung von Kreditkarten und durch die Abwicklung der Zahlung für den Händler.

Das Unternehmen hat eine Banklizenz und darf deshalb auch Kreditkarten und Konten anbieten.

Hauptsächlich tritt Wirecard als Bürge zwischen Käufern, die mit Kreditkarte zahlen, und Händlern auf.

Die Kreditkartengesellschaft überweist das Geld später an Wirecard.

Wirecard behält dann eine Gebühr ein und überweist den Rest an den Händler.

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Mit ihrer Technik verringern Unternehmen wie Wirecard also Transaktionsrisiken im weltweiten Handel.

Grundsätzlich ein Wachstumsmarkt, der in der Coronakrise nochmals einen Schub bekommt, weil Onlinehandel boomt.

Das heute vorgelegte vorläufige Quartalsergebnis liegt mit 700,2 Millionen Euro um 24 % über dem Vorjahresergebnis.

Analysten hatten mit einer deutlicheren Steigerung um knapp 27 % gerechnet.

Wirecard führt dies auf coronabedingte Ausfälle seiner Airline- und Touristikkunden zurück.

Wenn Mitte Juni detaillierte Zahlen vorliegen, wird ein Blick auf das Einnahmen-Ausgaben-Verhältnis des Unternehmens spannend.

Steigert sich der Mittelzufluß entsprechend Umsatz und Gewinn, würde das auf ein gesundes Geschäftsmodell hinweisen, welches ohne Bilanztricks bei Umsatz und Gewinn auskommt.

Die Wirecard AG hat eine schlagzeilenträchtige Wachstumsgeschichte, seit dem Börsengang begleitet von Wertschwankungen und Manipulationsvorwürfen.

Heute hat das bayerische Fintech-Unternehmen vorläufige Quartalszahlen vorgelegt.

Eine Analyse.

Seit 2002 lenkt der österreichische Wirtschaftsinformatiker Markus Braun die Geschicke von Wirecard.

Mit der Aufnahme in den Technologie-Index TechDAX startete 2006 die globale Expansion des jungen Unternehmens.

Doch der weltweite Siegeszug war begleitet von mehreren Skandalen, die immer wieder zu starken Schwankungen des Aktienkurses führten.

Im Raum standen Vorwürfe bezüglich der Bilanzierungspraxis.

Sie sei in Teilen falsch oder irreführend beziehungsweise intransparent, so hieß es.

Diese Vorwürfe führten zu Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Im Kern ging es um die Frage: Wurden die Bilanzen von Wirecard tatsächlich manipuliert oder wurden solche Manipulationsvorwürfe verbreitet, um den Aktienkurs von Wirecard zu manipulieren? Die abschließende Antwort steht noch aus.

Neue Quartalszahlen bestätigen Geschäftsmodell

Eine Hollywood-reife Börsenstory

Aufstieg begleitet von Skandalen

Sonderprüfung, Führungsumbau, Schadensersatzklage

Bilanzpressekonferenz verschoben

Nur wenige deutsche Unternehmen spielen in der Welt der Digitalwirtschaft auf Augenhöhe mit Unternehmen aus dem amerikanischen Silicon Valley oder dem chinesischen Perlfluss-Delta.

Eines ist die Wirecard AG in Aschheim bei München.

Das Unternehmen gibt Kreditkarten aus, hält eine deutsche Banklizenz und wickelt bargeldlose Zahlungsverkehre weltweit ab.

Entscheidend bei solchen Transaktionen ist das Risiko-Management, also die Prüfung der Kreditwürdigkeit von Kunden.

Die Wirecard-Software ist so erfolgreich, dass das Unternehmen innerhalb weniger Jahre den Sprung in den DAX zu den dreißig wichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen geschafft hat.

Jetzt ist Wirecard fast so viel wert wie die Deutsche Bank.

Die Wirecard AG hat eine schlagzeilenträchtige Wachstumsgeschichte, seit dem Börsengang begleitet von Wertschwankungen und Manipulationsvorwürfen.

Heute hat das bayerische Fintech-Unternehmen vorläufige Quartalszahlen vorgelegt.

Eine Analyse.

Kritischen Berichte über die Bilanzen verstummten auch in jüngster Zeit nicht.

Investoren sind deshalb verunsichert.

Im Herbst 2019 gab das Wirecard-Management eine Sonderprüfung seiner Geschäftstätigkeit durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Auftrag, außerdem baute der Aufsichtsrat die Geschäftsführung um.

Doch dieser Befreiungsschlag gelang nur teilweise.

Belege für Bilanzmanipulationen fand KPMG zwar nicht, aber die Prüfer konnten nicht alle Daten des weltweit verzweigten Unternehmens vollständig auswerten und somit die Vorwürfe nicht vollständig ausräumen.

Aktuell sieht sich die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin den KPMG-Sonderprüfungsbericht unter anderem darauf an, ob Wirecard möglicherweise veröffentlichungspflichtige Informationen zurückgehalten oder darüber falsch informiert hat.

Bafin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele sagte, die Bafin werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten, wenn sie dafür Anhaltspunkte finde oder wenn sie feststelle, dass sie mit ihren Befugnissen diese Frage nicht klären könne.

Die Finanzmärkte schreiben das nächste Kapitel der turbulenten Wirecard-Story.

Wer in dieses erfolgreiche, aber krisengeschüttelte Unternehmen investiert, braucht weiterhin gute Nerven und eine hohe Risikobereitschaft.

Die Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2019, eigentlich für Ende April angesetzt, wurde nach Vorlage des KPMG-Berichts auf den Sommer verschoben.

Nun ist auch noch eine Anlegerklage gegen Wirecard eingereicht worden.

Das Unternehmen habe sich gegenüber seinen Aktionären schadensersatzpflichtig gemacht, heißt es darin.

Denn es habe falsche, unterlassene oder unvollständige Kapitalmarktinformationen zu verantworten.

Wirecard – Neue Zahlen und alte Probleme

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