Wirte fordern Corona-Auflagen und Ansagen der Politik – Top News

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Am meisten fehle ihm im Corona-Lockdown der Kontakt mit seinen Gästen.

Viele seien Stammkunden, erzählt Osterrieder.

Die Schließungen in der Gastronomie machen Martin Osterrieder wie viele andere Wirte ungeduldig.

Der nötige Mindestabstand sei in seinem Wirtshaus gegeben, im Biergarten habe er lediglich ein paar Tische entfernen müssen.

Zwei Meter Abstand habe er überall, sagt Osterrieder und schickt gleich ein Foto mit.

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Es zeigt einen Zollstock zwischen seinen Bierbänken.

“Die Leute sitzen auch jetzt schon häufig auf meinen Bänken und machen dort Picknick.

Nur kann ich nicht ausschenken”, beklagt der Gastwirt.

Viele Gastronomen treibt die Unsicherheit an den Rand der Verzweiflung.

Sie fordern jetzt klare Ansagen von der Politik.

Ein Konzept mit Desinfektionsspender-Pflicht, Buffetverbot und Abstandsgebot liege dem Wirtschaftsministerium längst vor.

“Es zerreißt mich”, sagt der Wirt Martin Osterrieder auf die Frage, wie es ihm gerade gehe.

Seit vielen Jahren betreibt er das Gasthaus Siebenbrunn in München direkt hinter dem Tierpark.

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In einer ähnlichen Situation steckt auch Robert Drechsler.

Er betreibt das “Schmankerlwirtshaus Zum Alten Schuster” in Weiden in der Oberpfalz.

“Was wir jetzt dringend brauchen, ist ein konkretes Ausstiegsszenario”, sagt er.

Auf Sicht fahren könne man vielleicht als Politiker, nicht aber als Wirt.

Vor allem die Unbegrenztheit der Maßnahmen versteht Robert Drechsler nicht: “Erst hieß es ja, man müsse die Lage ständig neu bewerten.

Wieso macht man in der Gastronomie dann über Monate dicht?”

Befürchtung: 60 Prozent weniger Wirtshäuser

Mitarbeiter kaum zurückzugewinnen

Kritik und Ungeduld immer größer

Gaststättenverband gegen überstürzte Öffnungen

Söder bremst Erwartungen

Wenn das mit den Schließungen andauere, “haben wir im Winter 60 Prozent weniger Wirtshäuser”, glaubt Osterrieder.

Er macht weniger das Coronavirus als die Politik für seine missliche Lage verantwortlich.

An das Wirtschaftsministerium hat er schon mehrfach geschrieben, er habe jedoch immer nur pauschale Antworten erhalten.

Im Stich gelassen habe man die Gastwirte, die Wirtschaft ohne mit der Wimper zu zucken gegen die Wand gefahren, meint Osterrieder.

Wenn er sehe, wie dicht die Menschen an der Isar oder im Englischen Garten teilweise aneinander sitzen würden, könne er die harten Maßnahmen gegen Gastronomiebetriebe nicht nachvollziehen.

Die Sorgen von Robert Drechsler und Martin Osterrieder teilen viele Gastronomen in Bayern.

So hat auch der “Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur“ (VEBWK) einen Brandbrief an das Wirtschaftsministerium geschrieben.

“Die ganze Branche stehe vor dem Aus“, heißt es darin.

Gefordert wird unter anderem eine Wiedereröffnung der Gastronomie ab Mai und deutlich höhere finanzielle Hilfen für Wirte in Notlagen.

“Für die Gastronomie ist die derzeitige Situation nochmal besonders schwierig”, erzählt VEBWK-Geschäftsführerin Ursula Zimmermann.

Sie hofft auch, dass die Politik nicht die Betriebe vergisst, die ihre Einnahmen nicht durch Speisen erzielen.

Zimmermann fordert: “Kneipen, aber auch Orte, die sonst vor allem durch Kulturveranstaltungen leben, brauchen besondere Unterstützung.

Viele Gastronomen treibt die Unsicherheit an den Rand der Verzweiflung.

Sie fordern jetzt klare Ansagen von der Politik.

Ein Konzept mit Desinfektionsspender-Pflicht, Buffetverbot und Abstandsgebot liege dem Wirtschaftsministerium längst vor.

Man müsse mit dem Virus leben, ja.

Aber deshalb dürfe man nicht aufhören zu leben, sagt Robert Drechsler.

Im Moment hält der 62-Jährige seinen Gastronomiebetrieb mit To-Go-Angeboten über Wasser.

Auch die Aushilfen kämen Robert Drechsler zunehmend abhanden.

“Wenn die einmal beim Lidl anfangen und eingearbeitet sind, wie soll ich denen dann noch weismachen, dass sie wieder zu mir zurücksollen?” Auf die Frage, wie lange es das Wirtshaus zum alten Schmankerl noch gebe, antwortet der Wirt: “Wenn es geschlossen bleibt, vielleicht noch drei bis vier Monate.

Eine klare Perspektive von der Politik wünscht sich auch der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband “DEHOGA”.

Geschäftsführer Frank-Ulrich John warnt aber auch vor zu schnellen Wiederöffnungen.

Die Forderungen von Wirten wie Martin Osterrieder teilt er nicht.

Eine Umfrage bei Verbandsmitgliedern des Gaststättenverbands habe ergeben, dass viele Gastronomen im Zweifelsfall lieber länger warten würden, als zu schnell wieder aufzumachen und eine zweite Infektionswelle zu riskieren.

“Ein zweiter Lockdown würde für viele das finanzielle Aus bedeuten”, meint John.

Die Kosten, die durch Hochfahren und Schließen eines Gastronomiebetriebs entstünden, seien extrem hoch.

Um eine sichere Wiederöffnung zu ermöglichen, haben Ursula Zimmermann und ihre Kollegen ein Schutzkonzept ausgearbeitet.

Darin enthalten: Desinfektionsspender-Pflicht, Buffetverbot und Abstandsgebot.

Dieses Konzept habe man auch dem Wirtschaftsministerium vorgelegt und warte nach wie vor auf Antwort.

Wirte fordern Corona-Auflagen und Ansagen der Politik

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder plädiert weiter für Zurückhaltung, was Lockerungen betrifft.

Solange es keinen Impfstoff gebe, wolle er im Moment bei seiner “Schritt-für-Schritt-Strategie” bleiben.

Ein klares Datum, wann Gastronomie-Betriebe wieder öffnen dürfen, gibt es anders als in anderen Bundesländern in Bayern noch nicht.

Ab Juli soll aber zumindest die Umsatzsteuer für Gastronomiebetriebe auf sieben Prozent reduziert werden, um sie finanziell zu entlasten.

Wirten wie Martin Osterrieder reicht das allerdings nicht.

“Desinfektionsspender habe ich aufgehängt, der Abstand ist eingerichtet.

Ich könnte morgen wieder aufmachen”, sagt der Gastronom.

Wenn sich nichts ändere, dann zerreiße es in drei Monaten nicht nur ihn, sondern auch sein Gasthaus Siebenbrunn.

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