Corona-Krise trifft auch Polarstern-Expedition in der Arktis – Top Meldungen

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Das Team auf dem Forschungsschiff Polarstern in der Arktis ist auf viele Notfallsituationen vorbereitet, nicht jedoch auf eine weltweite Pandemie. Wie die Corona-Krise die Expedition beeinflusst.

Von wegen ewiges Eis und arktische Stille, momentan hat der Leiter der einjährigen “Mosaic”-Expedition, Markus Rex, alle Hände voll zu tun. Ständig kommuniziert er mit Behörden, dem Auswärtigen Amt oder Kollegen. Das herannahende Halbzeit-Jubiläum der Arktis-Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern am 1. April rückt da erst einmal in den Hintergrund. Rex selbst sitzt daheim in (freiwilliger) häuslicher Quarantäne, nachdem er bei der Organisation eines Forschungsfluges Kontakt mit einem Infizierten hatte und niemanden gefährden will. Eigentlich wäre er schon längst wieder an Bord der Polarstern.

Geplant war auch, dass während der einjährigen Drift der Polarstern in der Arktis alle zwei Monate die 100 internationalen Forscher an Bord ausgetauscht werden. Doch nun wird der für Anfang April geplante Wechsel auf Mai verschoben, wegen der weltweiten Reiseverbote aufgrund der Corona-Krise. Nach Norwegen kann keiner mehr reisen und auch die jeweiligen Institute der an der Expedition beteiligten Wissenschaftler haben Reiseverbote ausgesprochen. Für den nächsten Wechsel müssen Ein- und Ausreisegenehmigungen eingeholt sowie Quarantänevorschriften eingehalten werden. Zudem muss die neue Crew zweimal auf Sars-CoV-2 getestet werden, bevor sie an Bord geht.

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Die derzeitige Mannschaft auf dem Forschungsschiff kann den verzögerten Wechsel gut aussitzen. An Bord gibt es genug Lebensmittel und auch für ausreichend Treibstoff ist gesorgt. Allerdings müssen die Forscher nun wesentlich länger als geplant an Bord bleiben. Jeder Teilnehmer nehme das anders auf, sagt Rex. “Natürlich gibt es auch welche, die darunter leiden und gerne bei ihren Familien wären.” Deshalb hat der Expeditionsleiter einen Coach eingeschaltet, der sich auf Krisenbewältigung spezialisiert hat. Bei Bedarf kann man ihn mit einem Satellitentelefon anrufen. Bisher war das laut Rex aber nicht notwendig.

Das dramatische Ausmaß der Corona-Pandemie war den Forschern auf der Polarstern anfangs nicht klar. “Sie können ja nicht im Internet surfen, dafür reicht die Bandbreite nicht”, sagt Expeditionsleiter Rex. Die Polarstern-Crew wird deshalb täglich mit kurzen Zusammenfassungen der Nachrichten über die Lage informiert und sie haben per E-Mail oder WhatsApp Kontakt zu ihren Familien. Die sich manchmal stündlich überschlagenden Nachrichten bekommt die Mannschaft in der Arktis laut Rex jedoch nicht mit.

Genug zu tun hat die Mannschaft derzeit auch ohne die Corona-Krise, denn das Eis in der Arktis ist in Bewegung. Die Folge: Risse auf der Scholle, mit der die Polarstern driftet, und Instrumente, die zu versinken drohen. Markus Rex ist optimistisch und rechnet damit, dass die Polarstern wie geplant am 12. Oktober 2020 in Bremerhaven einlaufen wird und die Expedition endet.

Verspäteter Crew-Wechsel auf der Polarstern wegen Reiseverbot

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