Kinder und Coronavirus: Weniger krank, aber genauso ansteckend? – Top News

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Die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen der Pandemie wird aber noch von einem ganz anderen Faktor bestimmt: Auch wenn sie selbst nur leichte oder gar keine für Corona typischen Symptome haben, könnten sie selbst ansteckend für andere sein.

Und ganz unbemerkt Virenträger sein:

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Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder in Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene.

Zu diesem Fazit kommt Virologe Christian Drosten in seiner Studie.

Sie erkranken selten schwer, geben aber trotzdem das Virus weiter.

Um zu entscheiden, ob und wie Schulen und Kindertagesstätten während der Corona-Pandemie wieder geöffnet werden können, ist eine der wichtigsten Fragen: Welche Rolle spielen Kinder im Infektionsgeschehen des neuen Coronavirus? Die Antwort: Man weiß es noch nicht.

Wie bei fast allen Fragen rund um das Virus SARS-CoV-2 werden derzeit erst die Daten gesammelt für eine wissenschaftlich fundierte Antwort.

Noch fehlen die dafür notwendigen Studien.

Eine hat nun Virologe Christian Drosten vorab veröffentlicht und nach Kritik überarbeitet.

Sein Fazit bleibt das Gleiche: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Kinder in Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend sind wie Erwachsene.

Bisher gibt es nur einzelne, kleinere Studien zum Infektionsgeschehen bei Kindern, und diese widersprechen sich leider auch noch.

Denn selbst wenn nur schwache oder gar keine Symptome feststellbar sind, kann eine infizierte Person andere anstecken:

Infizieren sich Kinder weniger leicht mit dem Coronavirus?

Kinder können unbemerkt ansteckend sein

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Besondere Strategien für Schulen

30 Familien in meinem Wohnzimmer

Was man bislang beobachtet, ist, dass Kinder, vor allem unter zehn Jahren, offenbar seltener an der vom Coronavirus übertragenen Krankheit Covid-19 erkranken oder sehr milde bzw.

kaum Symptome zeigen.

Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht trotzdem mit dem Virus infiziert sein könnten oder ihn sogar verbreiten.

Auch für das Robert-Koch-Institut (RKI) ist das der ausschlaggebende Punkt bei den Empfehlungen für oder gegen Schulschließungen.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder in Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene.

Zu diesem Fazit kommt Virologe Christian Drosten in seiner Studie.

Sie erkranken selten schwer, geben aber trotzdem das Virus weiter.

Am Lehrstuhl von Rehfuess wurden bisherige Studien und Erfahrungen zu Schulschließungen und -öffnungen bei anderen Epidemien ausgewertet und in einem Factsheet zusammengefasst.

Es gibt laut RKI zu wenig Zahlen zu Kindern und Corona, da sich Studien meist auf Corona-Kranke in Krankenhäusern beziehen, Kinder seien in den Studien “verhältnismäßig selten vertreten”.

Aktuelle Entscheidungen über Schulschließungen oder -öffnungen können daher nur auf Modell-Rechnungen zu Epidemien oder aus Erfahrungen mit anderen Epidemien beruhen.

Denn zu früheren Erregern wie dem der Schweinegrippe gibt es Studien dazu, wie sich Schulschließungen ausgewirkt haben und welche Maßnahmen besonders erfolgreich waren.

Für Prof.

Eva Rehfuess, die an der LMU in München den Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung leitet, reichen diese Studien nicht aus, um gesicherte Aussagen darüber zu machen, ob und welche Rolle Kinder in dieser Pandemie spielen.

Und damit kommt laut RKI Kindern sogar eine besonders große Rolle im Infektionsgeschehen zu, weil durch das Fehlen von Symptomen bei Kindern weniger getestet wird und so nicht mehr nachvollziehbar ist, wann und wo sie infiziert wurden und wen sie selbst angesteckt haben könnten.

Drosten kommt auch in seiner aktualisierten Studie zum gleichen Ergebnis: “Wir schlussfolgern, dass ein erheblicher Anteil infizierter Personen aller Altersgruppen – auch unter denen mit keinen oder milden Symptomen – eine Viruslast trägt, die wahrscheinlich Infektiosität bedeutet.

” Da Kinder frühzeitig während der Pandemie im Lockdown verschwunden sind, bringen sie momentan keine Coronavirus-Infektionen nach Hause.

Doch das könne sich ändern, sobald sie wieder in Schulen und Kindergärten unterwegs sind, sagte Drosten Ende April und wiederholt die Warnung nun: “Die uneingeschränkte Öffnung dieser Einrichtungen sollte sorgfältig mit Hilfe von vorbeugenden diagnostischen Tests überwacht werden.

Christian Drosten, der Leiter der Virologie in der Berliner Charité, plädierte in seinem Corona-Podcast (Folge 36 vom 28.

April 2020) dafür, die tatsächliche Virenlast im Rachen von Kindern zu testen, um überhaupt belastbare Zahlen zu erhalten, wie infektiös Kinder sind.

Der Forscher legte auch eine Studie zu SARS-CoV-2-Virenlast nach Altersgruppen vor und veröffentlichte sie auf einem Preprint-Server.

Mehrere Wissenschaftler übten Kritik an Drostens Methode, woraufhin dieser seine Studie überarbeitete.

Dieses Prozedere ist gang und gäbe unter Forschern.

Die Kritiker betonten zudem später, dass Kritik an der Methode nicht zwangsläufig das Ergebnis infrage stelle.

Es war also kein Wissenschaftler-Streit ausgebrochen, wie es die “Bild”-Zeitung hinstellte.

Die in der “Bild” zitierten Wissenschaftler, die nicht von der Zeitung interviewt worden waren, distanzierten sich vom “Bild”-Artikel.

Kinder und Coronavirus: Weniger krank, aber genauso ansteckend?

Das RKI ist zudem besorgt, dass insbesondere jüngere Kinder sehr viel schlechter die Regeln einhalten können, die in den Schulen oder Kindergärten weitere Corona-Infektionen eindämmen könnten:

Studien zu Grippewellen zeigen deutlich, welchen Anteil Schulen an der Verbreitung von Viren haben, meint Prof.

Rehfuess von der LMU:

Aber man könne das Infektionsrisiko durch geöffnete Schulen eindämmen, so Rehfuess, wenn man drei Strategien zusammen anwendet:

Ob man die Schulen wieder öffnet, Kindergärten und -tagesstätten folgen oder die Notbetreuung ausgeweitet wird, ist aber eine Abwägungssache zwischen Infektionsrisiko und gesellschaftlichen Bedürfnissen: Denn mit Homeschooling können nicht alle Kinder im gleichen Maße erreicht werden und berufstätige Eltern sind in zusätzlicher Bedrängnis.

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