Malaria-Mittel Hydroxychloroquin bei Covid-19 unwirksam – Top News

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Chloroquin ist eigentlich ein Medikament gegen Malaria.

Es wirke aber auch gegen viele Viren wie das Hepatitis-B-Virus, sagen Forscher.

Und bislang dachten Wissenschaftler auch auch gegen Sars-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas gezeigt hatten.

Hydroxychloroquin oder Chloroquin sind weit verbreitete, kostengünstige und sichere Medikamente gegen Malaria.

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In Labortests hatten sich die Mittel auch als wirksam gegen Coronaviren gezeigt.

Doch sie können die Erwartungen nicht erfüllen.

Bislang gibt es kein zielgerichtetes Medikament gegen die von Sars-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung Covid-19.

Doch es wird intensiv daran geforscht.

Experten setzen vor allem darauf, Medikamente einzusetzen, die bereits für andere Anwendungen erprobt sind.

Diese müssten dann vor ihrer Zulassung nicht mehr so aufwendig getestet werden.

Die von US-Präsident Donald Trump beworbenen Malariamittel Hydroxychloroquin und Chloroquin sind laut einer großangelegten Studie als Medikamente gegen das neue Coronavirus wohl eher schädlich.

Bei einem Vergleich von etwa 96.

000 Patienten auf sechs Kontinenten, die zwischen dem 20.

Dezember 2019 und dem 14.

April 2020 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, habe sich gezeigt, dass die Sterberate von Menschen, die Hydroxychloroquin und Chloroquin einnahmen, bei 13 Prozent lag, hieß es in einem Bericht des Journals “The Lancet” vom 22.

Mai 2020.

Bei Kranken, die anders behandelt wurden, habe sie neun Prozent betragen.

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Doch nach dem kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten im Fachmagazin “The Lancet” vom 22.

Mai 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte am 25.

Mai 2020 in Genf, das zunächst möglichst viele Daten zu diesem und dem ähnlichen Wirkstoff Chloroquin ausgewertet werden sollen.

Die Studie griff den Angaben zufolge auf Daten aus 671 Krankenhäusern zurück, in denen Menschen mit Covid-19 behandelt wurden.

Knapp 15.

000 erhielten entweder Hydroxychloroquin oder Chloroquin, wobei einige noch zusätzlich Antibiotika einnahmen (1.

868 erhielten Chloroquin alleine, 3783 erhielten Chloroquin mit einem Antibiotikum, 3.

016 erhielten Hydroxychloroquin alleine und 6.

221 erhielten Hydroxychloroquin mit einem Antibiotikum).

Mehr als 81.

000 Patienten bekamen keines dieser Medikamente und waren damit in der Kontrollgruppe.

Hydroxychloroquin oder Chloroquin sind weit verbreitete, kostengünstige und sichere Medikamente gegen Malaria.

In Labortests hatten sich die Mittel auch als wirksam gegen Coronaviren gezeigt.

Doch sie können die Erwartungen nicht erfüllen.

Außerdem sei bei der Einnahme der Malariamittel ein fünf Mal höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen festgestellt worden, schrieb das Forschungsteam der Harvard Medical School in Boston und des Universitätsspitals Zürich.

“Es gibt nicht nur keinen Vorteil, wir haben sogar einen sehr durchgängigen Hinweis auf Schädigung”, sagte Studienleiter Mandeep Mehra, ein Herzspezialist aus Boston.

Die Wissenschaftler konnten keinen Nutzen von Hydroxychloroquin oder Chloroquin bei alleiniger oder kombinierter Anwendung mit einem Antibiotikum für die Behandlung von COVID-19 bestätigen.

Jedes dieser Arzneimittel war mit einem verringerten Überleben im Krankenhaus und einer erhöhten Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen verbunden, wenn es zur Behandlung von COVID-19 verwendet wurde.

In der Kontrollgruppe lag die Sterberate bei neun Prozent.

Von den mit Chloroquin behandelten Personen starben 16 Prozent, bei denen mit Hydroxychloroquin waren es 18 Prozent.

Bei Patienten, die Chloroquin und ein Antibiotikum erhielten, lag die Quote bei 22 Prozent.

Von den Menschen, bei denen die Ärzte Hydroxychloroquin mit einem Antibiotikum kombinierten, starben sogar knapp 24 Prozent.

Erste Ergebnisse einer US-Studie, die am 21.

April 2020 veröffentlicht wurde, zeigten ebenfalls, dass das Malaria-Medikament wohl keinen positiven Effekt auf Patienten hat, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden.

Bei Patienten, die Hydroxychloroquin erhielten, habe sich sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe ergeben, hieß es in einer noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie.

Die Studie wurde vom regierungseigenen Gesundheitsinstitut National Institutes of Health (NIH) mitfinanziert.

Malaria-Mittel Hydroxychloroquin bei Covid-19 unwirksam

Sie befasste sich rückwirkend mit den Daten von 368 männlichen Covid-Patienten, die bis 11.

April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt worden waren.

Von den Patienten waren 97 mit Hydroxychloroquin behandelt worden, 113 bekamen zusätzlich noch das Antibiotikum Azithromycin, 158 keines der beiden Medikamente.

In zahlreichen Untersuchungen werden derzeit Medikamente oder Wirkstoffe getestet, die bereits im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen entwickelt und untersucht wurden – darunter eben auch Chloroquin.

Mehr zum Start der europaweiten Studie zu Medikamenten lesen Sie hier.

Um klinische Studien kommt man auch bei bereits bekannten Mitteln nicht herum.

Man spart allerdings bei der Zulassung eines Präparats Zeit.

“In einem Zulassungsverfahren werden drei grundlegende Dinge geklärt, nämlich die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die technische Qualität eines Medikaments”, erläutert Rolf Hömke, Sprecher des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa).

“Ist ein Medikament bereits für eine andere Anwendung zugelassen, ist die Verträglichkeit geprüft und die technische Qualität belegt.

Nachgewiesen werden muss nach wie vor, dass das Mittel gegen die Krankheit wirkt.

“Repurposing” nennen Fachleute diese Herangehensweise, bei denen bereits für einen bestimmten Zweck getestete Mittel für einen anderen Zweck eingesetzt werden.

Die meisten der klinischen Studien laufen in China, weil es dort die größte Anzahl an Patienten gibt, die daran teilnehmen können.

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