Quarantäne für den Asiatischen Laubholzbockkäfer – Top Meldungen

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Nur mit drastischen Maßnahmen kann der aus Asien eingeschleppte Laubholzbockkäfer ausgerottet werden. Wo die Käfer auftauchen, müssen Bäume im Umkreis von 100 Meter gefällt werden. Das betrifft auch gesunde einheimische Laubbäume.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer wird bis zu vier Zentimeter lang und fliegt bis zu 100 Meter weit. Das macht er am liebsten in den warmen Sommermonaten. Findet er einen Laubbaum, bevorzugt Eschen, Weiden, Kastanien, Birken oder Ahorn, bohrt das Weibchen eine Höhle in die Baumrinde und legt seine Eier ab. Aus rund 30 Eiern schlüpfen Käferlarven, die sich durch das Holz fressen. Bis zu 20 Monate durchwandern sie den Stamm. Das wird für den Baum gefährlich, denn es entstehen große Hohlräume, in denen sich Keime und Pilze ansiedeln. Der Baum wird von innen her geschädigt. Selbst Nachtfrost kann die Käferlarven bei ihren Fressattacken nicht aufhalten.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat keine natürlichen Feinde und die Larven fressen sich von außen nicht gerade sichtbar durch das Holz. Sobald es einen Verdacht gibt, muss rechtzeitig gehandelt werden: Denn vor dem Schlüpfen müssen die Larven entdeckt und aufgehalten werden, damit sie nicht als Käfer ausfliegen und weitere Bäume besiedeln. Sobald der Asiatische Laubholzbockkäfer, auch ALB genannt, in einem Gebiet auftaucht, geht eine akribische Spurensuche für Käferjäger los. Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft untersuchen das Gebiet, stellen Pheromonfallen auf, klettern auf die vermutlich befallenen Bäume zur genauen Diagnose und lassen Spürhunde nach dem Schädling suchen.

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Das betroffene Gebiet wird solange unter Quarantäne gestellt, bis mindestens zwei Generationen hintereinander keine Tiere mehr auftauchen. Das kann einige Jahre dauern. Wissenschaftler dokumentieren den Befall, kontrollieren das Ausmaß und untersuchen das Holz und die gefunden Larven und Käfer. Mit DNA-Proben versuchen sie, noch mehr über die Population und die Ausbreitung der invasiven Schädlinge zu erhalten.

Vermutlich wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer aus Asien eingeschleppt. In China hat er bereits ganze Pappelplantagen vernichtet. Holzpaletten und Lattenkisten, in denen chinesischer Granit für die Überfahrt verpackt wurde, dienten dem Käfer als optimales Versteck. Seine Eier legt er nur in lebendes Holz ab, aber in Holzlatten kann er sich entpuppen. Inzwischen wird der Importhandel strenger überwacht und die Einwanderung des Schädlings besser aufgehalten, zum Beispiel auch durch Hitzebehandlung der Paletten.

Die ersten ALB-Exemplare wurden in Deutschland 2004 gesichtet. Europaweit werden alle Daten bei der EPPOC (European and Mediterranean Plant Protection Organization) gemeldet. Sie ist die Anlaufstelle für die europäische Kooperation zum Pflanzenschutz. In Europa gibt insgesamt 35 Befallsgebiete. In 14 davon waren die Bekämpfungsmaßnahmen bereits erfolgreich. Der Asiatische Laubholzbockkäfer gilt als besonders gefährlicher Schädling, deshalb muss seine Ausbreitung konsequent aufgehalten werden.

In Bayern wurde der ALB erstmals 2004 in Neukirchen am Inn entdeckt. Bis 2015 zog sich die vollständige Ausrottung hin. Im Jahr 2012 wurde er in verschiedenen Gebieten im Großraum München, Feldkirchen und Neubiberg sowie im Jahr 2014 in der Nähe von Augsburg in Ziemetshausen gesichtet. Seit dieser Zeit entstanden großräumige Bekämpfungszonen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft ist für das Monitoring und die Maßnahmen zuständig.

Laut Bund und EU-Verordnung müssen bei einem nachgewiesenen Befall alle im Umkreis von 100 Meter betroffenen Bäume und mögliche Wirtsbäume gefällt werden. Das bedeutet auch, dass gesunde Bäume geopfert werden müssen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft schickt Experten zur Beobachtung der Maßnahmen und damit beginnt der Wettlauf gegen den Käfer. In Neubiberg wurde nun die Quarantäne im Januar 2020 aufgehoben. Der Kampf gegen den Käfer war erfolgreich. Auf der fast kahlen, abgeholzten Fläche wurden Baumarten angepflanzt, die weniger anfälliger für den ALB sind und besser mit dem veränderten Klima zurechtkommen.

Der nächste Kampf gegen den Schädling steht nun in Miesbach an. Im August 2019 wurden 30 Exemplare gesichtet. Nun beginnen die Baumfällarbeiten an über 1.000 Bäumen. Die drastischen Maßnahmen stoßen auch in Miesbach auf Kritik. Doch im Moment sehen die Behörden und Experten keinen anderen Ausweg, um einheimische Laubbäume vor dem Asiatischen Laubholzbockkäfer zu schützen. Denn gesunde Bäume sterben relativ schnell ab, wenn sie von dem Schädling befallen werden.

Asiatischen Laubholzbockkäfer vor dem Schlüpfen aufspüren

Quarantäne für den Asiatischen Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer kam über Holzpaletten nach Europa

Konsequente Ausrottung in ganz Europa

Kann der ALB in Bayern ausgerottet werden?

Drastische Maßnahmen gegen den Baumschädling

ALB-Quarantäne in Miesbach

Quarantäne für den Asiatischen Laubholzbockkäfer

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