Tonnenweise Antibiotika in der Tierhaltung: hohes Risiko? – Top News

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722 Tonnen Antibiotika und damit mehr als in der Humanmedizin wurden im Jahr 2018 an Masttiere verabreicht.

Über Gülle können resistente Keime aus den Ställen in die Umwelt gelangen.

Gefährdet das die Wirksamkeit von Antibiotika?

Wenn Sabine Asum morgens in ihren Putenstall geht, kommen die Tiere normalerweise fröhlich auf sie zugelaufen.

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Tun sie das nicht, ist das ein klares Signal, dass etwas nicht stimmt.

So war es vor einigen Wochen.

Sabine Asum hatte neue Küken bekommen.

Einen Tag alt.

Metaphylaxe – nicht nur das kranke Einzeltier wird behandelt

Antibiotika-Minimierungsstrategie der Bundesregierung

Mehr Einsatz von Reserve-Antibiotika

Resistente Keime können über Gülle in die Umwelt gelangen

“Verbreitung von Resistenzen maximal reduzieren .

.

.

Tierschutzbund übt Kritik an Haltungsform und Hochleistungszucht

Sabine Asum hält 19.

000 Puten in drei Ställen.

Alle 15 Wochen kommen neue Küken auf den Hof.

Die Landwirtin mästet sie mit Getreide von den eigenen Feldern, der Stall hat eine Fußbodenheizung, dreimal am Tag geht sie durch den Bestand.

Trotzdem muss sie immer wieder Antibiotika einsetzen.

In diesem Fall wurden alle Puten behandelt.

Das wird als Metaphylaxe bezeichnet.

722 Tonnen Antibiotika und damit mehr als in der Humanmedizin wurden im Jahr 2018 an Masttiere verabreicht.

Über Gülle können resistente Keime aus den Ställen in die Umwelt gelangen.

Gefährdet das die Wirksamkeit von Antibiotika?

Jeder landwirtschaftliche Betrieb ab einer gewissen Größe muss halbjährlich melden, wann, wie lange und welche Antibiotika er seinen Tieren gegeben hat.

In Deutschland wurden 2018 722 Tonnen Antibiotika an Masttiere abgegeben.

Zu Beginn der Datenerfassung 2011 waren es mehr als doppelt so viel: 1.

700 Tonnen.

Es hat sich also durchaus etwas getan durch die Antibiotika-Minimierungsstrategie der Bundesregierung.

Seit 2014 schreibt das Arzneimittelgesetz vor, den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung auf das therapeutisch unverzichtbare Mindestmaß zu reduzieren.

Der nur geringfügige Antibiotika-Rückgang in der Geflügelhaltung liegt laut Dirk Zimmermann von Greenpeace an den Haltungsbedingungen:

Aber nicht alle Antibiotika-Gaben in der Nutztierhaltung werden erfasst – bei Milchkühen oder Zuchtsauen etwa.

Dabei sind auch hier Behandlungen mit Antibiotika üblich.

Auch dadurch besteht das Risiko, dass im Stall antibiotikaresistente Keime entstehen.

Tonnenweise Antibiotika in der Tierhaltung: hohes Risiko?

In den vergangenen Monaten sind Greenpeace 15 Gülle-Proben aus Schweineställen in ganz Deutschland zugespielt worden.

Das Ergebnis: 80 Prozent enthielten Bakterien mit Resistenzen gegen Antibiotika.

Und in elf von 15 Fällen wurden sogar Keime mit einer Resistenz gegen das Reserve-Antibiotikum Colistin gefunden.

Und noch ein großes Problem gibt es: Während die Menge der klassischen Antibiotika in der Tiermast insgesamt zurückgegangen ist, hat die Verschreibung der sogenannten Reserve-Antibiotika zugenommen.

Reserve-Antibiotika sind Wirkstoffe, die nur im Ausnahmefall eingesetzt werden sollen, wenn bei einer Infektion kein anderes Antibiotikum mehr hilft.

Alois Tenhagen vom Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt die Antibiotika-Gaben in der Tierhaltung kritisch ein – im Hinblick auf uns alle.

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