Tuberkulose – die tödlichste Infektionskrankheit der Welt – Top Meldungen

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Tuberkulose gehört zu den Infektionskrankheiten, an denen weltweit die meisten Menschen sterben. Dabei wäre sie leicht zu behandeln. TBC ist in Deutschland fast in Vergessenheit geraten, weltweit allerdings ist sie eine “globale Katastrophe”.

Jährlich wird am 24. März der Welttuberkulosetag begangen, denn am 24. März 1882 wurde das Tuberkulosebakterium entdeckt. Tuberkulose ist eine Infektionserkrankung, die in der Regel gut behandelbar ist. Trotzdem erkranken weltweit jedes Jahr etwa zehn Millionen Menschen daran – 1,5 Millionen sterben. Damit verursacht keine andere Infektionskrankheit mehr Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation hat in ihrer Tuberkulosestrategie das Ziel formuliert, im Vergleich zu 2015 die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner (Inzidenz) bis zum Jahr 2035 weltweit um 90 Prozent und die Zahl der TB-Todesfälle um 95 Prozent zu senken.

In den vergangenen Jahren wurden viele Weichen dafür gestellt, Tuberkulose auszurotten. Es wird intensiv zu den Krankheitserregern geforscht, die diagnostischen Verfahren werden verbessert und neue Antibiotika sorgen für eine kürzere und verträglichere Behandlung der antibiotikaresistenten Tuberkulosen. Zudem liegt unter anderem auch ein Augenmerk darauf, dass die Ärzte sensibilisiert werden. Bei klassischen Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust sollte auch an Tuberkulose gedacht werden.

Bei Tuberkulose denken viele an vergangene Zeiten: Im 19. und 20. Jahrhundert war sie die Krankheit der Armen. Jeder zweite Todesfall in der Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen wurde um 1880 in Deutschland auf die Tuberkulose zurückgeführt. Heutzutage ist die Krankheit in Deutschland selten geworden, seit der Nachkriegszeit war sie stetig zurückgegangen.

Seit dem Jahr 2012 mit 4.239 Tuberkulosefällen nahm die Zahl der Erkrankungen wieder zu. 2015 wurden 5.964 Erkrankungen registriert, 2016 waren es 6.114 Fälle, 2017 nahm die Zahl der Erkrankungen mit 5.641 zum ersten Mal wieder leicht ab. Dem Robert Koch-Institut wurden 2018 insgesamt 5.554 Fälle übermittelt und für 2019 insgesamt 4.873 Fälle.

Auch wenn die reichen Industrienationen wenig von Tuberkulose betroffen sind, gilt sie weltweit als schwerste bakterielle Infektionskrankheit der Welt. Zwar lässt sich die Tuberkulose mit den richtigen Medikamenten gut behandeln, aber in vielen Ländern ist die medizinische Versorgung nicht ausreichend, um eine konsequente Therapie zu ermöglichen. Die WHO erklärt Tuberkulose zu einer “globalen Katastrophe” und ruft zu Gegenmaßnahmen auf. Die am häufigsten betroffenen Länder sind Indien, Indonesien, China, Philippinen, Bangladesch, Nigeria, Pakistan und Südafrika, in denen zwei Drittel der weltweiten Tuberkulosefälle leben.

Risikogruppen sind arme und alte Menschen oder AIDS-Patienten, denn deren Immunsystem ist geschwächt: durch Krankheiten, schlechte oder vitaminarme Ernährung oder durchs Alter. Aber auch Kleinkinder sind besonders anfällig und können schwere Krankheitsverläufe entwickeln. Sie bedürfen daher einer besonderen medizinischen Aufmerksamkeit.

Übertragen wird Tuberkulose via Tröpfcheninfektion. Betroffen ist meistens die Lunge. Die Bakterien können aber auch andere Organe befallen, entsprechend vielfältig können die Symptome sein. Einige Symptome, die auftreten können, ähneln der einer Grippe: hartnäckiger Husten, Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Nachtschweiß, anfangs leichtes Fieber, starke Schwäche und Gewichtsabnahme.

In den meisten Fällen gelingt es dem Organismus jedoch, die Tuberkulosebakterien erfolgreich zu bekämpfen oder abzukapseln. Die Erreger schlummern dann vor sich hin, ohne Schaden anzurichten oder ansteckend zu sein. Von denen, die sich im Laufe ihres Lebens infizieren, bricht die Krankheit nur etwa bei jedem zehnten aus. Ist das Immunsystem aber geschwächt, können sich die Bakterien vermehren. Die Betroffenen werden krank und sind infektiös. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit können so viele Jahre vergehen.

Mit Tuberkulose infizieren kann sich grundsätzlich jeder, der mit dem hochansteckenden Erreger Mycobacterium tuberculosis in Kontakt kommt. Der Keim wird frei, wenn ein an “offener Lungen-Tuberkulose” Erkrankter ihn beim Husten verbreitet. Das ist dann der Fall, wenn sich eine TBC-Kapsel mit dem Bronchienstamm verbunden hat. Bedeutsam ist auch die Menge an Bakterien, die ausgehustet wird.

Tuberkulose ist eine meldepflichtige Krankheit. Patienten mit einer “offenen TBC” müssen zwei Wochen in Quarantäne und mehrere Monate spezielle Antibiotika einnehmen. Es gibt aber auch nicht ansteckende TBC-Formen, die sogenannte “geschlossene TBC”.

Wenn eine TBC behandelt und therapiert wird, besteht bereits nach wenigen Tagen keine Ansteckungsgefahr mehr. Bis eine Tuberkulose aber als austherapiert gilt, dauert es deutlich länger. Bei einer “normalen” Tuberkulose müssen mindestens sechs bis neun Monate lang zwei bis drei verschiedene Antibiotika eingenommen werden. Bei multiresistenten Formen werden mindestens fünf Präparate für mindestens 21 Monate gegeben.

Gegen die zwei wichtigsten Medikamente gibt es inzwischen Resistenzen. Nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” leiden weltweit Hunderttausende Tuberkulose-Patienten an der multiresistenten Form der Krankheit, die man MDR-TB nennt (englisch für “multidrug-resistant”). Die Erreger sind gegen die beiden stärksten Medikamente resistent.

Patienten mit einer MDR-TB müssen mit speziellen, teureren Medikamenten behandelt werden. Aus der MDR-TB hat sich mittlerweile eine noch gefährlichere Tuberkulose-Variante entwickelt: die XDR-TB (englisch für “extensively drug resistant tuberculosis”), gegen die es nur sehr wenige Medikamente gibt. Nur ein Viertel aller Menschen mit multiresistenter Tuberkulose auf der Erde erhält Schätzungen zufolge die richtige Therapie.

Auf dem ersten UN-Sondergipfel zu der Infektionskrankheit Tuberkulose im September 2018 riefen der WHO-Generaldirektor Tedros, die Präsidentin der Vollversammlung María Fernanda Espinosa Garcés und Vertreter verschiedener Gesundheitsinstitutionen dazu auf, mehr Mittel in Prävention, Diagnose und Behandlung zu investieren. Die UN gehen davon aus, das bis 2022 jedes Jahr rund 13 Milliarden US-Dollar in den Kampf gegen die Tuberkulose investiert werden müssen – zum Beispiel in die Suche nach einem Impfstoff.

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