Warum sind Virologinnen in den Medien weniger präsent? – Top News

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Die Ergebnisse der MaLisa-Studien decken sich mit einer Datenanalyse des Spiegel zur “Medienpräsenz von Virologen” vom 20.

Mai 2020.

Untersucht wurde, welcher Virologe in Deutschland am meisten zu Wort kommt, in Presseartikeln, auf Youtube und in Talkshows.

Dabei zeigte sich, dass unter den meist erwähnten Virolog*innen in Presseartikeln (Print und online) seit 1.

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2020 nur zwei Virologinnen zu finden sind: Marylyn Addo und Melanie Brinkmann.

Bei den Aufrufen der 100 meistgesehenen Videos (hochgeladen seit dem 1.

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2020) sind auf den ersten zwölf Plätzen drei Frauen zu finden: Susanne Herold, Marylyn Addo und Melanie Brinkmann.

Studien der MaLisa-Stiftung und eine Daten-Analyse des Spiegel belegen mit Zahlen, was wir täglich vor Augen geführt bekommen: In Zeitungen, Online-Medien und im TV kommen deutlich weniger Virologinnen als Virologen zu Wort.

Was sind die Gründe?

In den MaLisa-Studien wurden getrennt TV-Formate von ARD, ZDF, RTL und Sat.

1 sowie die Onlineberichterstattung von Printmedien untersucht.

Ergebnis: In den TV-Formaten war nur eine von fünf Expert*innen weiblich (22 Prozent).

In der Online-Berichterstattung wurden Frauen nur zu rund 7 Prozent als Expertinnen erwähnt.

Als Mediziner*innen kamen vor allem Männer zu Wort.

Das ist erstaunlich, denn die Hälfte aller Ärzt*innen in Deutschland ist weiblich.

Von den im TV befragten Ärzt*innen ohne Leitungsfunktion war nur eine von fünf weiblich.

Insgesamt kamen sowohl im Fernsehen als auch in den Online-Berichten der Printmedien mit Corona-Bezug auf eine Frau zwei Männer.

Wie kann das sein? Gibt es weniger Virologinnen als Virologen in Deutschland? Laut MaLisa-Studien ist das nicht der Fall: 2018 waren 47 Prozent der Ärzte in Deutschland weiblich.

Im Bereich der während der Corona-Krise besonders gefragten Berufssparten Virologie, Infektionsepidemiologie und Mikrobiologie ist der Frauenanteil ähnlich hoch und liegt bei 45 Prozent.

Die MaLisa-Stiftung beruft sich dabei auf Zahlen vom Statistischen Bundesamt und der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) 2018.

Wie viele Ärztinnen und Virologinnen gibt es in Deutschland?

“ProQuote Medien” erstellt #Coronaexpertin-Liste

Corona-Krise – Was eine Biologin zur ungleichen Medienpräsenz sagt

Die ungleiche Medienpräsenz im TV und Online in Zahlen

Auf Nachfrage von BR Wissen hat als erste Professorin Melanie Brinkmann geantwortet.

Sie hat den Eindruck, dass die ungleiche Medienpräsenz die Verteilung von männlichen und weiblichen Professoren und Wissenschaftlern widerspiegelt.

“Man könnte mal in Erfahrung bringen, wie viele Professuren/Gruppenleiterpositionen in der Virologie mit Frauen besetzt sind.

Das sind nicht allzu viele”, sagt Brinkmann.

Ein anderer Grund ist für die Virologin, “dass viele Frauen zurückhaltender sind als Männer, und sich oft weniger zutrauen und nicht im Rampenlicht stehen wollen.

Frauen denken glaube ich oft: ‘Es gibt doch bestimmt jemanden, der besser geeignet ist als ich.

‘” Bei ihr sei das am Anfang ähnlich gewesen, sagt Brinkmann.

Studien der MaLisa-Stiftung und eine Daten-Analyse des Spiegel belegen mit Zahlen, was wir täglich vor Augen geführt bekommen: In Zeitungen, Online-Medien und im TV kommen deutlich weniger Virologinnen als Virologen zu Wort.

Was sind die Gründe?

Um auf die Vielzahl von weiblichen Expertinnen hinzuweisen, die sich zum Pandemie-Geschehen äußern können, hat “ProQuote Medien” das Hashtag #Coronaexpertin ausgerufen und eine Liste mit weiblichen Virologinnen, Infektiologinnen, Epidemiologinnen und Intensivmedizinerinnen erstellt.

Die Liste ist hier zu finden.

Die Virologin von der Technischen Universität Braunschweig weist darauf hin, dass in der heutigen Zeit eventuell auch eine Rolle spiele, dass viele Familien mit kleinen Kindern ein Zeitproblem haben durch die fehlende Kindergarten-/Schulbetreuung.

“Ich hätte auch mehr Medienanfragen wahrgenommen, wenn ich keine Kinder hätte.

” Bei ihr seien die Anfragen nach jedem Interview/TV Auftritt gestiegen.

“Das nahm nach kurzer Zeit so große Ausmaße an, dass ich bis heute viele Anfragen absagen muss, weil es zeitlich nicht mehr leistbar ist,” so Melanie Brinkmann.

Die Aktion #Coronaexpertin mit Expertinnen-Liste findet Brinkmann “sehr gut, weil man den Medien ja auch etwas unter die Arme greifen müsse – es sei gar nicht so einfach, Experten, egal welchen Geschlechts, zu finden.

“Die melden sich ja oft nicht von alleine und schreien laut ‘hier’.

Warum sind Virologinnen in den Medien weniger präsent?

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