Wenn die Mediziner klingeln: München und seine Corona-Studie – Top News

0

Sie musste nicht lange überlegen, erzählt Sarah Wolf: “Ehrlich gesagt ist es so ein bisschen der gefühlte Sechser in Lotto, in Corona-Zeiten da mitmachen zu dürfen.

Man bekommt einfach frei Haus die Tests geliefert und jeder wünscht sich Antikörper zu haben.

Und mit einem kleinen Kind zu Hause ist es natürlich viel entspannter, wenn wir wüssten, dass wir es gehabt haben.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Wie sehen Ansteckungswege bei Corona genau aus? Wie viele Menschen haben sich schon infiziert und Antikörper gebildet? Das Münchner Tropeninstitut will mit einer Studie Antworten finden und macht dafür seit einigen Wochen Hausbesuche.

Ein Einblick.

Vor 14 Tagen haben die Mitarbeiter des Tropeninstitutes das ersten Mal bei den Wolfs geklingelt.

Der Computer hatte die junge Familie mit ihrem dreijährigen Sohn zufällig ausgewählt, bei der Covid-19-Studie der Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians- Universität in München mitzumachen.

!

Lena Olbrich erklärt die Hintergründe: “Wir wollen wissen, wie viele Leute das Virus schon am Anfang hatten und wie viele Leute sich im Verlauf anstecken.

Das heißt: Wir wollen ein bisschen verstehen, wie sich das Virus ausbreitet und wie viele Leute im Verlauf einfach Antikörper-Positiv werden.

Ärztin Lena Olbrich steht derweil mit zwei Medizinstudentinnen im Wohnzimmer von Sarah Wolf und ihrem Mann Roman Ziegler.

Alle tragen Mundschutz, grüne OP-Kleidung.

Sterile Tücher und Kittel, Schutzbrillen und Nadeln für die Blutabnahme in zwei Kisten unterm Arm.

Die Studie mit dem Namen “Prospektive Covid-19-Kohorte München”, kurz KoCo19, untersucht das Blut der Probanden auf Antikörper zum Sars-CoV-2-Virus.

Verstehen, wie das Virus arbeitet

Studie lässt Rückschlüsse auf gesamte Gesellschaft zu

Heißen Antikörper auch Immunität – auf Dauer?

Zwei Jahre dauert die Untersuchung.

Alle paar Monate kommen die Teams bei den Probanden wieder zur Blutabnahme vorbei.

Rund 4.

500 feststehende Teilnehmer sind es insgesamt.

Die Bildung einer solchen Kohorte hat Vorteile, erklärt Lena Olbrich: “Die Größe der Kohorte hilft uns dabei, dass wir sicher sein können, dass wir zu viele zufällige Fehler ausschließen können.

Wie sehen Ansteckungswege bei Corona genau aus? Wie viele Menschen haben sich schon infiziert und Antikörper gebildet? Das Münchner Tropeninstitut will mit einer Studie Antworten finden und macht dafür seit einigen Wochen Hausbesuche.

Ein Einblick.

Gibt es Menschen, die von der Erkrankung nichts gemerkt haben, aber schon Antikörper haben? Und haben die, obwohl sie selbst keine Symptome gezeigt haben, andere Menschen angesteckt? Das sind Fragen, auf die das Tropeninstitut mit seiner Studie nun Antworten finden möchte.

Um der Pandemie intelligent begegnen zu können, müsse man die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 verstehen.

Also abschätzen können, wie viele Menschen die Infektion schon erfolgreich überstanden haben.

Die Daten könnten der Politik bei den Entscheidungen darüber helfen, welche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in den nächsten Wochen und Monaten sinnvoll und nötig sind.

Die festgelegte Kohorte sei nun repräsentativ, sagt Olbrich.

“Das heißt Leute werden zufällig ausgewählt und zum Beispiel nicht nach einem bestimmten Bildungsstand oder dem Wohnort, außer dass es natürlich München ist, aber innerhalb von München haben wir eine repräsentative Stichprobe und könne Rückschlüsse auf die komplette Gesamtbevölkerung ziehen.

Und die Studie soll klären, ob Antikörper auch automatisch Immunität bedeuten und – wenn ja – ob diese auch von Dauer ist.

Wenn die Mediziner klingeln: München und seine Corona-Studie

Auf diese Erkenntnisse in der Medizin hoffen viele.

Und wenn die Studie am Ende dazu beiträgt, dass wieder ein normaleres Leben möglich ist, in dem man Freunde treffen kann, die Familie besuchen, Kinder ohne Bedenken draußen wieder spielen können, dann fällt es ihnen leicht, die Studie zu unterstützen, sagt Sarah Wolf: “Wir müssen nicht viel tun.

Wir müssen nur ein bisschen was von uns hergeben und ein bisschen Zeit investieren, ein bisschen Tagebuch schreiben.

Wer weiß, wofür es gut ist, wem es hilft, vielleicht der ganzen Gesellschaft?”

Knapp eine Stunde hat der erste Termin mit den Infektionsmedizinern des Tropeninstitutes gedauert.

In etwa drei Monaten klingeln sie wieder.

Share.

Leave A Reply